Christine Baur-Fewson, Direktorin der Autobahn GmbH Niederlassung Südwest: „Die Grünbrücke schließt an dieser Stelle eine wichtige Lücke im Wildtierkorridor. Sie verbindet die durch die A8 getrennten Waldgebiete Hagenschieß und Niefern-Öschelbronn wieder miteinander. Die ersten Aufnahmen von Rehen, Füchsen und Hasen zeigen, dass die Wildtiere die neue Verbindung bereits annehmen.“
Thomas Hoffmann, stv. Landesvorsitzender NABU Baden-Württemberg: „Für das Überleben unserer Arten ist die Wiederverbindung ihrer Lebensräume unerlässlich. Grünbrücken sind ein grundlegender Beitrag zum Erhalt der Biodiversität, zu dem uns auch die Gesetze verpflichten. Angesichts des dramatischen Artenrückgangs ist jeder Cent für den Bau gut angelegtes Geld zur Sicherung unserer gemeinsamen Zukunft.“
Die 64 Meter lange und 53 Meter breite Grünbrücke liegt im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord in einem Wildtierkorridor von internationaler Bedeutung. Sie ermöglicht Wildtieren eine sichere Querung der A8 und trägt zur Wiedervernetzung ihrer Lebensräume bei. Grundlage für die Standortwahl ist u.a. das Bundesprogramm Wiedervernetzung.
Durch die Bepflanzung entsteht schrittweise ein naturnaher Übergang zwischen den angrenzenden Waldflächen. Gepflanzt werden heimische Bäume und Sträucher, darunter Buche, Feld- und Spitzahorn, Hainbuche, Elsbeere sowie Hasel, Pfaffenhütchen und Schwarzer Holunder. Diese bieten Wildtieren Deckung und schaffen gleichzeitig neue Lebensräume. Schutzzäune und weitere Leiteinrichtungen führen die Tiere gezielt zur Grünbrücke.
Rund 20.000 Kubikmeter Erde wurden auf dem Bauwerk aufgebracht und bilden die Grundlage für die Bepflanzung. Zwei Meter hohe Schutzwände auf beiden Seiten schützen die Tiere bei der Querung vor Licht und Verkehrslärm.
Die Grünbrücke wurde parallel zum sechsstreifigen Ausbau der A8 bei Pforzheim gebaut. Dabei konnten Verkehrsführung und Baustellenlogistik der Enztalquerung mitgenutzt werden. Zusätzliche Verkehrseinschränkungen allein für den Bau der Grünbrücke ließen sich so vermeiden. Der Bund investiert rund 11 Millionen Euro in das Bauwerk.