Bonn (Autobahn GmbH). Ab voraussichtlich Mitte Januar 2026 wird die gesamte Rheinbrücke Bonn-Nord für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen gesperrt. Die linksrheinische Vorlandbrücke als Teil der Rheinbrücke Bonn-Nord verfügt infolge jahrzehntelanger, intensiver Beanspruchung nicht mehr über ausreichende Tragreserven für den Schwerlastverkehr. Das haben die aktuellen Ergebnisse der engmaschigen Bauwerksprüfungen und Gutachten gezeigt.
Schadzuwachs macht weitere Ablastung notwendig
Bereits seit 2016 gilt eine Sperrung für den Schwerlastverkehr mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 44 Tonnen. Im Rahmen von Sonderuntersuchungen wurde in den letzten zwei Jahren ein Schädigungszuwachs festgestellt, der eine weitere Ablastung des ca. 660 Meter langen Bauwerks notwendig macht. In einem ersten Schritt wird dazu die stationäre Beschilderung angepasst. Parallel werden weitere verkehrliche Maßnahmen erarbeitet, um Verstöße gegen das Überfahrungsverbot zu ahnden.
Suche nach Verstärkungsmaßnahmen
Aktuell suchen externe und interne Brückenfachleute nach technischen Lösungen, um das hochkomplexe Bauwerk der linksrheinischen Vorlandbrücke zu verstärken. Um die Standsicherheit des Bauwerks für den übrigen Verkehr weiterhin zu gewährleisten, ist ein Fahrverbot für LKW ab 7,5 Tonnen erforderlich. Sonderprüfungen, Monitoring sowie weitergehende Prüfungen laufen fortwährend weiter. Gleichzeitig wird die Planung des Ersatzneubaus der Rheinbrücke Bonn-Nord forciert.
Hintergrund
Die Rheinbrücke Bonn-Nord, auch Friedrich-Ebert-Brücke genannt, wurde im Jahr 1967 gebaut. Sie besteht aus der linksrheinischen Vorlandbrücke (ca. 660 m), der Strombrücke (ca. 520 m) und der rechtsrheinischen Vorlandbrücke (ca. 110 m). Auf dem Bauwerk befinden sich zwei durchgehende Fahrspuren je Fahrtrichtung und je eine Abbiegespur. Es fahren täglich über 100.000 Fahrzeuge über die Brücke. Der Anteil des Schwerverkehrs liegt bei rund 5 Prozent.
Da die Rheinbrücke Bonn-Nord ursprünglich für eine geringere Verkehrsbelastung geplant worden ist und altersbedingt einen entsprechenden Bauwerkszustand aufweist, wird die Brücke den gestiegenen Anforderungen durch den heutigen und zukünftigen Verkehr, insbesondere durch LKW, nicht mehr gerecht.