A96 Tunnel Gräfelfing

• Projekthalbzeit: Sanierungsarbeiten in der ersten Tunnelröhre abgeschlossen • Bevorstehende Verkehrsumlegung ab Freitag, 19.06.2026, bis vrtsl. Sonntag, 28.06.2026


Bei einem Pressetermin am Tunnel Gräfelfing informierte die Autobahn GmbH des Bundes – Niederlassung Südbayern heute über den Fortgang der Sanierungsarbeiten an der A96. Niederlassungsdirektor Michael Kordon begrüßte den Bürgermeister der Gemeinde Gräfelfing, Peter Köstler, sowie die anwesenden Pressevertreter und erläuterte die Notwendigkeit der umfangreichen Erhaltungsmaßnahmen. Ziel ist es, den Tunnel so zu ertüchtigen, dass in den nächsten 30 Jahren keine größeren Instandsetzungen erforderlich werden. Das Projekt, für welches rund 33 Mio. Euro angesetzt wurden, liegt aktuell sowohl im Kosten- als auch weitgehend im Zeitplan.

 

„Frühzeitige und umfassende Erhaltungsmaßnahmen sind notwendig, um später deutlich höhere Kosten zu vermeiden; andernfalls sind Reparaturmaßnahmen schnell nicht mehr ausreichend und ein Abriss mit Neubau die Folge.“, so Michael Kordon, Direktor der NL Südbayern. Er dankte der Gemeinde Gräfelfing und insbesondere Bürgermeister Peter Köstler für die partnerschaftliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit sowie für sein persönliches Engagement in vielen Detailfragen.

 

Bürgermeister Peter Köstler gab diesen Dank gerne zurück und betonte, dass das Projekt – insbesondere mit Blick auf den umgesetzten Lärmschutz – ein großer Erfolg sei. 

 

Lärmschutz 

Gemeinsam mit der Gemeinde Gräfelfing wurde ein Lückenschluss zwischen den bestehenden Lärmschutzwänden und dem Westportal des Tunnels erreicht. Die Planungen dafür hat die Gemeinde Gräfelfing in Auftrag gegeben und über nahm dafür auch alle Kosten, ebenso für den Bau der Wände sowie für den künftigen Bauunterhalt, alles in allem rund 2,1 Mio. Euro. Insgesamt profitieren die direkten Anwohnenden von 181 Meter neu gebauten Lärmschutzwänden in verschiedenen Bereichen: 54 Meter auf dem nördlichen, 54 Meter auf dem südlichen Wall und 73 Meter transparenten Lärmschutz auf der Brücke Maria-Eich-Straße. 

 

Während die Lärmschutzwände im Süden sowie entlang der Maria-Eich-Straße schon umgesetzt sind, beginnt der Bau der Lärmschutzwand im Süden voraussichtlich im September/Oktober 2026. Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten wird im Bereich des Tunnels Gräfelfing zudem ein lärmmindernder Asphalt eingebaut. 

 

Projektüberblick

Der Fokus des Pressetermins lag auf dem Bericht von Daniel Spörer, Projektleiter der Autobahn GmbH des Bundes – NL Südbayern aus der Außenstelle München-Maisach. In einem kurzen Rückblick stellte er die ersten Arbeitsschritte im Zuge der Tunnelsanierung seit dem zweiten Halbjahr 2024 vor und präsentierte eindrucksvolle Bilder des Projektes, sodass den Anwesenden bei der Begehung der Tunnelröhre ein deutlicher Vorher-Nachher-Vergleich möglich war. Im Tunnel lenkte der Projektleiter die Aufmerksamkeit auch auf die neu eingebaute Betriebstechnik, die u. a. LED-Lampen umfasst, welche deutlich energieeffizienter als die alten Modelle sind.

 

Zugleich nutzte der die Gelegenheit und kündigte die bevorstehende Verkehrsumlegung von Freitag, 19.06.2026, bis Sonntag, 28.06.2026, an. In dieser Zeit besteht in beiden Fahrtrichtungen jeweils zu den Hauptverkehrszeiten eine erhöhte Staugefahr, da die aktuell eingesetzte Wechselverkehrsführung nicht zur Verfügung steht. Erst ab dem 29.06.2026 steht diese wieder in gewohnter Form zur Verfügung. 

Wir bitten Verkehrsteilnehmende, die geänderte Verkehrsführung zu beachten und in der benannten Woche mehr Fahrzeit einzuplanen. 

 

Hintergrund

Der rund 281 Meter lange Tunnel Gräfelfing wurde anlässlich der Olympischen Spiele in München gebaut. Der zweiröhrige Straßentunnel Gräfelfing verbindet die A96, die von Lindau nach München führt, mit dem Bebauungsgürtel Lochham. Er verläuft in überdeckter Tieflage zwischen den Anschlussstellen München-Freiham-Süd und Gräfelfing. In diesem Bereich ist die Autobahn sechsspurig ausgebaut. Bei der letzten Hauptprüfung 2019 erhielt das Tunnelbauwerk die Zustandsnote 3,3. Daher herrscht dringender Handlungsbedarf. Nach einer Probeinstandsetzung im Jahr 2020 wurde beschlossen, ein Kathodisches Korrosionsschutzsystem (KKS) einzuführen, das mit einer Spritzbetonschicht überdeckt wird. Dieses System dient dem Schutz der Bewehrung vor weiterer Korrosion, indem Anodenbänder installiert werden, die einen Stromkreis bilden. Dadurch wird die Abgabe von positiv geladenen Eisen-Ionen verhindert, während negativ geladene Chlorid-Ionen von der Bewehrung ferngehalten werden. Dies führt zu einem Stopp der Korrosion. Zusätzlich umfasst die Sanierung auch die aufwendige Asbestsanierung der Blockfugen sowie die Modernisierung der Betriebstechnik. Diese Maßnahmen dienen dem dauerhaften Schutz der Bewehrung und sollen die Lebensdauer des Bauwerks deutlich verlängern.

 

Kontakt

Die Autobahn GmbH des Bundes – Niederlassung Südbayern – Pressestelle

Telefon: 089 54552 3280 | Mail: presse.suedbayern[@]autobahn[.]de 

 

Informationen zur aktuellen Verkehrslage auf den Autobahnen finden Sie im Internet unter www.bayerninfo.de

Veröffentlicht