Status: Ist abgeschlossen Region: Westfalen, …

Autobahn: A 44, …Ausbau der Raststätte Am Haarstrang-Süd bei Werl

Die Autobahn Westfalen baut die Tank- und Rastanlage Am Haarstrang-Süd an der A44 bei Werl aus. Hier sollen knapp 100 neue Stellplätze für LKW entstehen.

Daten & Fakten

Kosten

12 Millionen

Neue LKW-Stellplätze

Mehr als 70

Projektbeschreibung

Die Autobahn Westfalen hat die Tank- und Rastanlage Am Haarstrang-Süd an der A44 in Fahrtrichtung Kassel ausgebaut. Bereits 2021 war der Ausbau der auf der Gegenseite gelegenen Anlage Am Haarstrang-Nord beendet worden. In beiden Fällen wurden durch den Ausbau eine hohe zweistellige Zahl von Stellplätzen geschaffen, die insbesondere für Lkw dringend benötigt werden. So werden auch die umliegenden Rastplätze Lüner Grund, Grüntal, Osttönnergrund sowie die Raststätte Soester Börde entlastet.

Im Fall der Tank- und Rastanlage Am Haarstrang-Süd bedeutet das konkret: Bisher standen den Verkehrsteilnehmern dort 40 Pkw-Parkplätze sowie 24 Lkw- und Busparkplätze zur Verfügung. Nun stehen dort 76 normale Pkw-Parkplätze, inklusive zweier Frauenparkplätze, dreier Behindertenparkplätze, sechs Parkplätzen für Kurzparker und sechs Ladeplätzen für Elektro-Pkw zur Verfügung. Die Zahl der Lkw-Stellplätze wurde sogar um über 70 erhöht, auf 96 Stellplätze, zu denen sechs Busparkplätze kommen. Zusätzlich steht jetzt eine Fläche von 128 Metern Länge für parkende Schwertransporte bereit.

Die Gesamtkosten für den Bau lagen bei etwa 12 Millionen Euro. Darin ist auch bereits der Bau eines Sickerbeckens mit 2000 Kubikmetern Regenrückhalteraum veranschlagt. Zusätzlich hat die Autobahn die Einfahrtsbereiche der bestehenden Rastanlagenfläche saniert.

Zeitplan

Im Februar 2022 haben die Bauarbeiten offiziell begonnen. Im Dezember 2023 wurde der Rastplatz freigegeben.

Archäologische Ausgrabung

Eine eisenzeitliche Hofstätte, Gewandnadeln und ein Pferdeskelett: Im Vorfeld der Baumaßnahmen haben Archäologen im Auftrag der Autobahn Westfalen unter fachkundlicher Aufsicht des LWL spannende Funde auf dem Baufeld gemacht. Hier stand einst ein Bauernhof aus der Zeit von 800 vor bis 200 nach Christus. Tonscherben und Verfärbungen im Boden haben die Archäologen auf die Spur der antiken Siedler geführt. Weitere Indizien für mögliche archäologische Funde: An der A44 ist der Boden fruchtbar. Zudem floss hier ein Bach, der Frischwasser bot. Und das Gehöft stand nahe am Hellweg, einer antiken Handelsroute, deren Ursprünge möglicherweise sogar in der Steinzeit liegen. Diese Handelsroute war ausgesprochen wichtig für die Städte des späteren Ruhrgebiets.

Die etwa vier Monate für die Ausgrabungsdauer haben nicht zu Verzögerungen im Bau geführt, denn sie waren bereits eingeplant. Wer in Nordrhein-Westfalen baut, ist grundsätzlich verpflichtet, die Dokumentation archäologischer Stätten im Baugebiet zu finanzieren. „Veranlasserprinzip“ ist das Schlüsselwort im Denkmalschutzgesetz NRW.

Fotostrecke: Archäologische Ausgrabung Am Haarstrang-Süd

Ausgleichsmaßnahmen

Um Eingriffe in die Natur im Rahmen der Ausbauarbeiten an den Raststätten Haarstrang-Nord und -Süd zu kompensieren, legt die Autobahn Westfalen mehrere sogenannte Ausgleichsflächen an. Im Einfahrtsbereich der Nordseite und im Ausfahrtsbereich der Südseite werden Mähwiesen auf einer Fläche von etwa zwei Hektar Größe angelegt, die vorher in der industriellen Landwirtschaft genutzt wurden. Diese sollen vielen Arten einen Lebensraum bieten. Bei Erwitte-Anröchte wird zudem eine sechs Hektar große Acker-Wildkraut-Brache auf nährstoffreichem Boden angelegt, ebenfalls auf einer zuvor landwirtschaftlich genutzten Fläche. Anders als bei der Mähwiese wird die Natur hier komplett sich selbst überlassen. Im Mittelpunkt der vertretenen Arten auf Mähwiesen und Brache sollen Rebhuhn, Wachtel, Feldlerche und Rotmilan stehen. Zudem wird eine weitere Brache entlang des Wirtschaftsweges am Rastplatz auf der Südseite angelegt.

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