Neubau einer Grünbrücke bei Oberhaid
Daten & Fakten
Baubeginn
Juli 2026
Bauende
Dezember 2029
Konstruktionsart
integrale Spannbetonbrücke
Spannweite der Brücke
52,7 Meter
Breite der Brücke
54,6 Meter
Felder
2 Felder; die Spannweite beträgt jeweils 25,25 Meter
Investitionskosten
ca. 22 Millionen Euro
Projektinformation
Mit dem Neubau der Wildbrücke über die A3 sollen wichtige, bislang durch die A3 zerschnittene Lebensräume heimischer Wildtiere wieder vernetzt werden. Zusätzlich wird zum Schutz der im Planungsgebiet nachgewiesenen Wildkatze beiderseitig der A3 ein Wildkatzenschutzzaun errichtet und in das geplante „Querungskonzept“ integriert. Der Parkplatz Welschehahn, der circa 600 Meter südlich der Grünbrücke an der A3 in Fahrtrichtung Frankfurt liegt, wurde zum dahinterliegenden Wald bereits mit einem Wildkatzenschutzzaun ausgestattet.
Der Neubau der Wildbrücke ist als Kompensationsmaßnahme für Bauprojekte an der A3 und den Eingriff in Natur und Landschaft im Rahmen des Bundesprogramms „Wiedervernetzung“ vorgesehen und wird unter anderem im Zuge der zuletzt erfolgten Neuordnung und Erweiterung der Verkehrsflächen des Parkplatzes Welschehahn realisiert.
Die Baumaßnahme umfasst den Neubau des Brückenbauwerkes, eines Irritationsschutzes für Wildtiere auf der Brücke und die Bepflanzung des Überbaues sowie die Anpassung der Entwässerungssysteme im Bereich des Brückenbauwerkes. Geeignete Witterung und ein planmäßiger Bauablauf vorausgesetzt, soll das Brückenbauwerk voraussichtlich Ende 2029 fertiggestellt sein und zur Nutzung freigegeben werden.
Im Rahmen der Baumaßnahme wird die A3 im Baustellenbereich zunächst an den äußeren Fahrbahnrändern um jeweils 1,50 Meter verbreitert, um die Baustellenverkehrsführung, je nach Baufortschritt, zu ermöglichen.
Die Baustellenverkehrsführung sieht während der Maßnahme unter weitgehender Aufrechterhaltung aller Fahrbeziehungen jeweils drei verengt geführte Fahrstreifen in Fahrtrichtung Köln und in Fahrtrichtung Frankfurt vor, die am Baufeld vorbeigeführt werden.
In einzelnen Bauabschnitten ist zur Ausführung der Arbeiten, wie beispielsweise für den Brückeneinhub, eine temporäre Vollsperrung der jeweiligen Richtungsfahrbahn notwendig. Die Sperrungen werden jeweils in der verkehrsarmen Zeit am Wochenende eingerichtet, um die Verkehrseinschränkungen so gering wie möglich zu halten. Im Rahmen unserer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit werden wir dazu jeweils gesondert informieren.
Die A3 ist im Bereich der geplanten Grünbrücke zwischen den Anschlussstellen Dierdorf und Ransbach-Baumbach eine stark frequentierte Verkehrsachse:
Die „Durchschnittliche tägliche Verkehrsstärke“ (DTV) im genannten Streckenabschnitt liegt bei rund 86.013 Fahrzeugen (Fzg./24 h), darunter zu 17,4 Prozent Schwerlastverkehr.
*Die DTV-Werte stammen aus dem Jahr 2022.
Grünbrücke
Bei dem Brückenbauwerk handelt es sich um eine 52,7 Meter lange und 54,6 Meter breite integrale Spannbetonbrücke über die Bundesautobahn A3. Das Bauwerk besteht aus zwei Brückenfeldern, die auf zwei Widerlagern und einem Stützpfeiler in der Fahrbahnmitte ruhen.
Um für den Straßenverkehr eine tunnelartige Wirkung bei der Durchfahrt unter dem mit 54,6 Metern sehr breiten Brückenbauwerk zu vermeiden, besteht der Mittelpfeiler aus sieben V-förmigen Stahlstützen.
Die Brücke weist eine Breite von 50 Metern zwischen den circa 2 Meter hohen, blickdichten und lärmabsorbierenden Irritationsschutzwänden auf. Die Gesamtfläche der Grünbrücke liegt bei rund 5.300 Quadratmetern.
Der Irritationsschutz wird bis zur Böschungskante fortgesetzt und verläuft von dort weitere 20 Meter parallel zur Autobahn, bis er an den noch in Planung befindlichen Wildkatzenschutzzaun anschließt.
Parallel zur Maßnahme findet eine ökologische Umweltbaubegleitung statt.
Standort und Aufbau
Die Brücke wird aus Mitteln der Autobahn im Rahmen des im Jahr 2012 beschlossenen „Bundesprogramms Wiedervernetzung“ realisiert. Ziel des Programmes ist es, die durch das Bundesfernstraßennetz zerschnittenen Ökosysteme mit besonderer Bedeutung für größere Säuger, worunter die Wildkatze fällt, durch den Bau von Querungshilfen, insbesondere von Grünbrücken, wieder zu vernetzen. Wissenschaftliche Grundlage des Bundesprogrammes sind Forschungsergebnisse des Bundesamtes für Naturschutz zu den Lebensraumkorridoren in Deutschland. Auf der Grundlage der Forschungsergebnisse wurden die Autobahnabschnitte bestimmt, die für Wiedervernetzungsmaßnahmen in Frage kommen. Dabei wurde der Abschnitt an der A3 nördlich von Ransbach-Baumbach als Vorschlag mit höchster Priorität beurteilt. Der vorgesehene Standort der Grünbrücke wurde in Abstimmung mit den zuständigen Naturschutzbehörden sowie nach Ortsbesichtigungen und Gesprächen mit Anrainergemeinden und der Forstbehörde festgelegt.
Die Brücke ist in verschiedene Zonen unterteilt, um jedem Tier den passenden Lebensraum zu bieten. Neben dem Pflegestreifen mit Grasflur finden sich ein Bereich mit Sträuchern sowie ein Waldstreifen mit dichten Sträuchern und Bäumen, die größeren Säugetieren Verstecke bieten. Die Sonnenseite der Grünbrücke umfasst offene Wiesenflächen und Kräuter für Insekten, Eidechsen und Vögel (Waldlichtungsflur). Ein weiterer Pflegestreifen mit Grasflur schließt sich an.
Auf der Grünbrücke wird ein waldähnliches Habitat entstehen. Dies erfolgt durch die Bepflanzung mit einheimischen, standortgerechten Gehölzen wie beispielsweise Eberesche, Hainbuche, Roter Holunder, Schwarze Schlehe oder Weißdorn. Liegendes Totholz schafft Unterschlupfmöglichkeiten für Kleinsäuger, Amphibien und Reptilien. Zudem wird auf der Brücke Waldboden aufgebracht, sodass sich aus dem im Boden vorhandenen Samenpotenzial standortangepasste Pflanzengemeinschaften entwickeln können.
Die Bepflanzung erfolgt, abhängig vom Bauverlauf, voraussichtlich ab Herbst 2029. Danach schließt sich die einjährige Fertigstellungspflege und darauf die mindestens zweijährige Entwicklungspflege an.
Bauabschnitte
Die bauliche Umsetzung der Gesamtmaßnahme ist nach jetzigem Planungsstand in sechs Bauabschnitte unterteilt. Über den Umfang und den Start der einzelnen Bauabschnitte werden wir im Rahmen unserer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit jeweils rechtzeitig gesondert informieren.
Bauabschnitt 1 und 2 (BA 1 und BA 2)
Die Baustellenverkehrsführung wird im Sommer 2026 einschließlich der Mittelstreifenüberfahrten hergestellt. Der Verkehr wird auf jeweils drei verengt geführten Fahrstreifen auf den Richtungsfahrbahnen Köln und Frankfurt am Baufeld vorbeigeführt.
Im Rahmen der Bauabschnitte BA1 und BA2 werden in der Zeit von Sommer 2026 bis voraussichtlich Ende 2027 die beiden Widerlager der Grünbrücke errichtet. Zudem wird die Baustraße hergestellt.
Bauabschnitt 3 (BA 3)
Im Zuge des dritten Bauabschnittes wird voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2028 der Stützpfeiler des Brückenbauwerkes in der Fahrbahnmitte gebaut.
Der Verkehr wird auf der Richtungsfahrbahn Frankfurt und auf der Richtungsfahrbahn Köln mit jeweils drei verengt geführten Fahrstreifen am Baufeld vorbeigeführt.
Bauabschnitt 4 (BA 4)
Nach Fertigstellung der beiden Widerlager und des Mittelstützpfeilers werden im vierten Bauabschnitt voraussichtlich im Sommer 2028 die Betonfertigteile in die beiden Brückenfelder eingehoben. Um die Betonfertigteile in das jeweiligen Brückenfeld einzuheben, muss die jeweils im Brückenfeld liegende Richtungsfahrbahn temporär gesperrt werden. Um die Verkehrsbeeinträchtigungen möglichst gering zu halten, werden diese Arbeiten am Wochenende ausgeführt.
Bauabschnitt 5 und 6 (BA 5 und BA 6)
In den Bauabschnitten BA 5 und BA 6 werden abschließende Betonarbeiten im Bereich des Brückenbauwerkes ausgeführt. Zudem wird ein Korrosionsschutz am Mittelpfeiler angebracht. Weiterhin werden die beiden Widerlager hinterfüllt und die Brückenkappen sowie der Irritationsschutz werden hergestellt.
Ansprechpartner
Dr. Stephanie Kühr-Gilles
Pressesprecherin Außenstelle Montabaur
E-Mail-Adresse
presse.west[@]autobahn[.]de
Die Autobahn GmbH des Bundes
Niederlassung: WestBahnallee 25
56410 Montabaur