Pilotprojekt zur Gewichtskontrolle von Lkw auf der A4
Daten & Fakten
Baubeginn: Anfang 2025
Inbetriebnahme: Juli 2026
Länge der Wiegespur: ca. 108 m
Anzahl der Stellplätze für die Nachkontrolle: 15
Ort: A4, Rastanlage Rur-Scholle-Süd bei Düren, Fahrtrichtung Köln
Projektbeschreibung
Die Autobahn GmbH plant, baut und betreibt die technischen Anlagen der Gewichtskontrollstelle. Die Durchführung der Gewichtskontrollen und die Ahndung festgestellter Verstöße erfolgen durch das Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM).
Das erklärte Ziel der Gewichtskontrollstellen ist der Schutz der Straßeninfrastruktur. Insbesondere der stetig zunehmende Schwerlastverkehr belastet Autobahnen sowie Brückenbauwerke erheblich. Darüber hinaus leisten die Kontrollen überladener Fahrzeuge einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit und zum Umweltschutz auf Deutschlands Autobahnen.
Der Standort an der A4 zwischen Aachen und Köln wurde aufgrund seiner besonderen Bedeutung für den internationalen Güterverkehr gewählt. Über diesen Abschnitt werden große Warenströme aus den Häfen Antwerpen und Rotterdam transportiert. Mit Köln-Eifeltor befindet sich zudem Deutschlands größter Container-Güterbahnhof in unmittelbarer Umgebung.
Die neuen Gewichtskontrollstellen ermöglichen zukünftig eine schnellere, effizientere und präzisere Überprüfung des Schwerverkehrs. Durch vorgelagerte Achslastmessstellen können potenziell überladene Lkw bereits während der Fahrt erkannt und über kennzeichenbasierte LED-Anzeigetafeln sicher zur Kontrollstelle ausgeleitet werden. Auf der Rastanlage erfolgt anschließend die gerichtsfeste Verwiegung auf einem speziell angelegten Sonderfahrstreifen. Der Fahrstreifen besteht aus einer fest in die Fahrbahn eingebauten Waage mit zwei Teilkomponenten, einer nichtselbsttätigen, statischen sowie einer selbsttätigen dynamischen Waage. Im Falle einer Überladung werden die Fahrzeuge ab- oder umgeladen und es wird zusätzlich ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.
Die Achslastmessstelle ermöglicht darüber hinaus ein kontinuierliches Monitoring des Lkw-Verkehrs – auch außerhalb der Kontrollzeiten. Die dabei erhobenen Daten dienen von der Autobahn GmbH, dem BALM und der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt) als Grundlage für statistische Analysen sowie für die belastungsgerechte Planung und Erhaltung von Straßen- und Brückenbauwerken.
Achslastmessstelle
Die vorgelagerte Achslastmessstelle ist eine sogenannte „Weigh In Motion“-Anlage (WIM), die Fahrzeuge vorselektiert. Dazu sind Induktivschleifen und Achslastsensoren in der Fahrbahn eingebaut. Die Messchleifen dienen der Verkehrserfassung und detektieren die Fahrzeugklassen, Fahrzeugmenge und Geschwindigkeiten. Die Gewichtssensoren erfassen die Gesamtlast des Fahrzeuges sowie der einzelnen Achslasten bei Überfahrt im freien Verkehrsfluss. Gleichzeit erfasst eine spezielle Kamera für optische Zeichenerkennung (ANPR - Automatic Number Plate Recognition) das Kennzeichen des Fahrzeuges.
Sicheres Ausleiten
In einem speziellen Steuerungsprogramm werden Fahrzeuge angezeigt, bei denen der Verdacht auf eine Überschreitung der zulässigen Gesamt- oder Achslast besteht. Diese Fahrzeuge werden den Kontrollkräften zur Nachverwiegung vorgeschlagen. Um diese vorselektierten Fahrzeuge sicher auszuleiten, wird eine stationäre Beschilderung am Fahrbahnrand eingesetzt. Auf LED-Anzeigetafeln wird das Kennzeichen des betroffenen Fahrzeuges angezeigt und der Fahrer zur Ausfahrt und Kontrolle aufgefordert. Der Einsatz von Personal und Dienstfahrzeugen auf der Fahrbahn zum Herauswinken der Lkw wird dadurch überflüssig.
Verwiegung
Kernstück der Gewichtskontrollstelle ist ein fest installierter Sonderfahrstreifen mit einer in den Boden eingelassenen kombinierten Brücken- und Achslastwaage. Diese vereint eine selbsttätige dynamische Waage zur Ermittlung der Achslasten während der Überfahrt des Fahrzeugs mit einer nichtselbsttätigen statischen Waage zur Ermittlung der Gesamtmasse oder als Referenzwaage für die Gewichtsermittlung. Das Verfahren ermöglicht eine hohe Prüfgenauigkeit bei gleichzeitig effizientem Kontrollablauf gegenüber den bisherigen mobilen Fahrzeugwaagen.
Am Ende des Kontrollfahrstreifens erfolgt im Kontrollcontainer die Bewertung der Messergebnisse durch die Kontrollkräfte des BALM und die Ausstellung des Wiegescheins. Im Fall einer Überschreitung stehen Lkw-Stellplätze bereit zur Nachkontrolle und gegebenenfalls zur Umsetzung gefahrenpräventiver Maßnahmen bis hin zum Um- oder Abladen des Fahrzeuges.
Planung weiterer GKS
Mit dieser Pilotanlage entsteht die erste von bundesweit insgesamt 16 geplanten Gewichtskontrollstellen. Die im Rahmen des Pilotbetriebs gewonnenen Erkenntnisse fließen unmittelbar in die Entwurfsplanung der weiteren 15 Standorte ein. Die Auswahl geeigneter Standorte erfolgte unter anderem auf Grundlage von Mautbefahrungsdaten und konzentrierte sich auf stark frequentierte Autobahnabschnitte. Darüber hinaus wurde geprüft, inwieweit vorhandene Rastanlagen für die Integration einer Gewichtskontrollstelle geeignet sind und entsprechend ausgebaut werden können.
Ansprechpartner
Roland Nolte
Leiter Kommunikation Rheinland
E-Mail-Adresse
presse.rheinland[@]autobahn[.]de
Telefon
+49 152 54817897
Die Autobahn GmbH des Bundes
Niederlassung: RheinlandWilly-Brandt-Platz 2
47805 Krefeld









