Neubau der Stephanibrücke in Bremen
Die Stephanibrücke trägt die Bundesstraße 6.
Daten & Fakten
Die Stephanibrücke ist die letzte Straßenbrücke über die Weser vor deren Mündung in die Nordsee. Nördlich von Bremen ist der Fluss nur mittels Fähren oder durch den Wesertunnel bei Stotel zu queren. Die Brücke ist benannt nach dem benachbarten Stadtviertel, das seinen Namen wiederum der dem Heiligen Stephanus geweihten dortigen Pfarrkirche verdankt.
Die Stephanibrücke trägt den Verkehr der Bundesstraße 6. Als einzige innerstädtische Bremer Brücke ist sie für den regulären Lkw-Verkehr nicht lastbeschränkt. Genehmigungspflichtiger Großraum- und Schwerlastverkehr mit mehr als 44 Tonnen Gesamtgewicht wird jedoch seit einigen Jahren nicht mehr über das fast 60 Jahre alte Bauwerk geführt.
Außerdem führt jeweils beidseitig der Brücke ein Rad- und Fußweg über die Weser. Als Besonderheit liegen diese Wege nicht neben der Fahrbahn für den Pkw- und Lkw-Verkehr, sondern sie befinden sich unterhalb der Fahrbahn.
Die Stephanibrücke besteht aus drei Teilbauwerken:
- der eigentlichen Brücke über den Fluss (Strombrücke) mit ihrem auf dem Weserwerder stehenden Mittelpfeiler und
- zwei sogenannten Vorlandbrücken auf der Neustädter Seite und der Altstadtseite. Diese beiden kurzen Brücken führen nicht über Wasser, deshalb nennt man sie Vorlandbrücken.
| Brücke | Bauart | Länge | Breite | Baujahr |
| Vorlandbrücke Neustadt | Spannbeton | 28 m | 27 m | 1967 |
| Strombrücke | Stahlhohlkasten | 196 m | 27 m | 1967 |
| Vorlandbrücke Altstadt | Spannbeton | 8 m | 27 m | 1967 |
durchschnittliche tägliche Verkehrsbelastung der B6 im Bereich der Brücke
91.400 Fahrzeuge, darunter 6.400 Lkw über 7,5 t
(siehe Straßenverkehrszählung von 2015)
Projektbeschreibung
Die 1967 in ihrer jetzigen Form fertiggestellte Stephanibrücke kann die seit ihrem Bau massiv gestiegenen Verkehrslasten mittelfristig nicht mehr aufnehmen. Deshalb wird sie durch einen Neubau ersetzt. Vor dem Neubau wird die Bestandsbrücke instandgesetzt, um die Restnutzungsdauer zu verlängern und die Brücke bis zur Fertigstellung des Neubaus für den Verkehr nutzen zu können.
Zeitplan
Die Planungen für den Neubau sind 2024 gestartet. Mit dem eigentlichen Baubeginn ist nicht vor 2030 zu rechnen. Wegen der hohen Belastung aller Bremer Weserquerungen wird die Autobahn GmbH ihn erst beginnen, wenn der Wesertunnel im Verlauf der A281 fertiggestellt ist und eine Ausweichroute darstellt. Dessen Bau soll voraussichtlich 2030 beendet sein, vgl. www.deges.de/projekte/projekt/a-281-autobahneckverbindung-bremen.
Neubauplanung
| Vorplanung/Erarbeitung Machbarkeitsstudie | seit 2024 |
| Verkehrszählung und Verkehrsgutachten | Sommer 2025 |
| Baugrunderkundung | ab März 2026 |
| Erstellung Bauwerksentwurf | ab 2026 |
| Baubeginn | nach Lückenschluss A281 |
Instandhaltung Bestandsbrücke
| Instandsetzungsarbeiten | voraussichtlich 2028 |
| Fahrbahnerneuerung | voraussichtlich 2028 |
Baugrunderkundungen im Frühjahr 2026
Mitte März starten die Baugrunderkundungen im Bereich der Stephanibrücke. Sie dauern mehrere Monate und umfassen:
- Bohrungen auf der Neustädter Seite
- Bohrungen auf der Altstadtseite
- Bohrungen im Bereich der Weser
- Bohrungen im Bereich des Weserwerders
Die Arbeiten
Die Baugrunderkundungen erfolgt durch:
- Drucksondierungen. Dabei wird eine Sonde tief in den Boden gedrückt, wobei laufend dessen Festigkeit ermittelt wird.
- Bohrungen. Dabei werden Bodenproben gezogen, die zeigen, welche Erdschichten in welcher Tiefe liegen.
Die Zwecke
Die bei der Drucksondierung ermittelten Werte und die in den Bodenproben gefundenen Erdschichten ergeben zusammen ein zuverlässiges Bild über den Bodenaufbau und die Tragfähigkeit des Untergrunds. Darauf basierend wird ermittelt, wie die Gründung der neuen Stephanibrücke erfolgen kann und wie tief diese in den Erdboden reichen muss.
Die Auswirkungen auf den Verkehr
Der Teil der Baugrunderkundungen, der im Bereich der Fahrbahn der B6 erfolgen muss, wird nachts und an Wochenenden ausgeführt, also außerhalb der Hauptverkehrszeiten. Der Verkehr wird währenddessen teilweise einspurig an den Erkundungsfahrzeugen vorbeigeführt.
Ein Großteil der Arbeiten findet jedoch neben der Fahrbahn statt oder im Bereich der Weser. Dadurch ist der Verkehr nicht eingeschränkt.
Die Auswirkungen auf die Anwohnenden
Insbesondere bei den Bohrarbeiten kann es zu einer Lärmbelästigung kommen, in Einzelfällen auch nachts und am Wochenende. Die mit der Erkundung beauftragte Firma wird die Geräuschentwicklung so gering wie möglich halten und die Arbeiten wann immer machbar tagsüber ausführen und abschließen.
Ansprechpartner
Michael Wendt
Pressesprecher
E-Mail-Adresse
presse.nordwest[@]autobahn[.]de
Telefon
+49 4231 677 311 05
Die Autobahn GmbH des Bundes
Niederlassung: NordwestHamburger Straße 26
27283 Verden (Aller)