Hitzeschäden: Autobahn GmbH hat gefährdete Abschnitte im Blick

Hitzeschäden wie Blow-ups und Betonabplatzungen treten insbesondere bei älteren Betonfahrbahnen auf, wie auch die jüngsten Beispiele zeigen. Die Autobahn GmbH hat die gefährdeten Abschnitte im Blick.


Rund 70 Prozent der deutschen Autobahnen bestehen aus Asphalt, der Rest aus Beton. Beide Materialien reagieren unterschiedlich auf Hitze – und können in Extremfällen beschädigt werden, was zu Unfällen führen kann. Die sogenannten Blow-ups treten vor allem bei älteren, stark beanspruchten und bereits mehrfach reparierten Betonfahrbahnen auf. Sind Betonfahrbahnen nach dem aktuellen Stand der Technik gebaut, können Hitzeschäden und Blow-ups ausgeschlossen werden.

Die Meistereien der Autobahn GmbH sind sich der besonderen Belastung bei hohen Temperaturen bewusst. An heißen Tagen kontrollieren sie die Strecken verstärkt, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Bei Bedarf werden Maßnahmen sofort umgesetzt.

Zudem wurden in diesem Jahr vorsorglich auf einigen älteren Abschnitten der A7, A92 und A93 Geschwindigkeitsbegrenzungen eingeführt. Dort gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h für Autos und 80 km/h für Motorräder. Insbesondere Motorradfahrende sind durch plötzlich auftretende Blow-ups besonders gefährdet.

 

Wie verhalten sich Betonfahrbahnen bei Hitze? 

Beton dehnt sich bei Wärme aus, ist jedoch weniger verformbar als Asphalt. Deshalb kann es vor allem bei älteren Fahrbahnen zu Aufwölbungen – den sogenannten Blow-ups – kommen. Ab etwa 30 Grad Celsius steigt die Wahrscheinlichkeit solcher Schäden. Wenn sich der Beton nicht mehr in Längsrichtung ausdehnen kann, entlädt sich die Spannung nach oben. Die Hauptursachen für solche Schäden sind eine für heutige Verkehrs- und Klimabelastungen nicht ausreichende Betondicke sowie fehlerhafte Fugen.

„Auch wenn Blow-Ups nur selten entstehen, müssen diese umgehend ausgebessert werden, da sie eine Gefährdung für die Verkehrsteilnehmenden darstellen. Die Reparatur erfolgt in der Regel durch das Abtragen des Betons und die Auffüllung der betroffenen Stelle mit Asphalt“, erklärt Prof. Dr. Christian Lippold, Geschäftsbereichsleiter Planung, Bau, Innovation der Autobahn GmbH.

Abhilfe schaffen zunächst sogenannte Entlastungsschnitte – quer eingebrachte, mit Asphalt gefüllte Streifen, die über den gesamten Querschnitt verlaufen. Die wirksamste Vorsorge gegen Hitzeschäden ist die Erneuerung der Fahrbahnen nach aktuellem straßenbautechnischem Regelwerk. Besonders gefährdete Abschnitte werden von der Autobahn GmbH bevorzugt erneuert.

 

Wie verhalten sich Asphaltfahrbahnen bei Hitze? 

Asphalt kann sich bei extremer Hitze auf über 60 Grad Celsius aufheizen. Dadurch besteht das Risiko, dass er seine Tragfähigkeit verliert. „Andauernde Sonneneinstrahlung kann den Asphalt so weit erhitzen, dass es zu Verformungen oder zur Bildung von Spurrinnen kommt. Der Grund dafür liegt im Bitumen – ein aus Erdöl gewonnenes Bindemittel im Asphalt. Es ist elastisch und kann bei hoher Hitze erweicht werden“, erklärt Prof. Lippold.

Durch die Temperaturabhängigkeit des Bitumens können sich bei extremen Temperaturen und hoher Belastung Spurrinnen bilden. In seltenen Fällen führen diese zu Griffigkeitsverlusten und bei Regen erhöhen sie das Aquaplaningrisiko. Beim Autobahnbau in Deutschland werden jedoch sehr widerstandsfähige Asphaltkonzepte eingesetzt, sodass das Risiko insgesamt gering ist. Ab einem gewissen Alter gelten Spurrinnen als normale Verschleißerscheinung.

 

Für alle Nutzenden der Autobahn gilt: Bei hohen Temperaturen bitte besonders aufmerksam fahren und die geltende Geschwindigkeitsbegrenzung unbedingt einhalten. Wer Schäden an der Fahrbahn bemerkt, sollte diese umgehend der Polizei melden.