Die Anlage ist ein Superlativ hinsichtlich Größe und Bauzeit: Auf einer Fläche von rund 14 Fußballfeldern (10 Hektar) ist eine Rastanlage entstanden, die den Bedürfnissen von Lkw-Fahrerinnen und -Fahrern sowie Individualreisenden gleichermaßen gerecht wird. Allein für Berufskraftfahrer, die ihre gesetzlichen Ruhezeiten einhalten müssen, stehen auf sechs Hektar 170 Stellplätze und ansprechende Erholungsflächen zur Verfügung.
Dr. Claudia Elif Stutz, Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr: „Unsere Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer sind jeden Tag im Einsatz, um Waren und Güter an ihren Zielort zu transportieren. Dafür brauchen sie Pausen und Ruhe, um die Fahrt sicher fortsetzen zu können. Mit der ausgebauten Rastanlage Lichtendorf Süd zeigen wir eindrücklich, dass wir in großem Maßstab neue Lkw-Stellplätze schaffen und für sicheres Rasten für alle Verkehrsteilnehmer sorgen können. Mit dem Infrastruktur-Zukunftsgesetz haben wir jetzt einen Hebel, um auf bundesdeutschen Autobahnen schneller für noch mehr Entlastung zu sorgen. Rund 18 Millionen Euro hat der Bund in den Ausbau der Rastanlage Lichtendorf Süd investiert.“
Dirk Brandenburger, technischer Geschäftsführer der Autobahn GmbH des Bundes: „Die Gesamtfertigstellung der Rastanlage Lichtendorf Süd ist ein wichtiger Schritt, um die Park-Situation, insbesondere für den Lkw-Verkehr, auf der zentralen Nord-Süd-Verkehrsachse signifikant zu verbessern. Insbesondere mit der Schaffung von 170 Lkw-Stellplätzen gelingt es, das Stellplatzdefizit zu minimieren. Nur ausgeruhte Fahrerinnen und Fahrer liefern ihre Fracht sicher ans Ziel.“
Andreas Irngartinger, technischer Geschäftsführer und Sprecher der Geschäftsführung der DEGES: „Für die vom Güterverkehr stark frequentierte Autobahn A 1 ist hier ein moderner Lkw-Parkplatz mit hoher Aufenthaltsqualität direkt an der Autobahn entstanden. Die gesamte Anlage trägt durch ihre durchdachte Planung, der kompletten Trennung von Schwerlast- und Individualverkehr, für mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden bei.“
Zahlen, Daten, Fakten:
Auf der Tank- und Rastanlage Lichtendorf Süd ist mit 170 Lkw-Stellplätzen auf 6,3 Hektar der größte Lkw-Parkplatz in Nordrhein-Westfalen entstanden; im deutschlandweiten Vergleich ist die Anlage unter den Top 6 zu finden. Auf weiteren 18.000 Quadratmetern stehen dem Individualverkehr 72 Pkw-Stellplätze, fünf Busstellplätze, ein Parkplatz für Schwertransport (GSt-Streifen), sechs behindertengerechte Stellplätze und vier Pkw-mit-Anhänger-Parkplätze sowie 18 E-Ladesäulen zur Verfügung. Großzügige Rastflächen mit insgesamt 112 Bänken und Begrünung komplementieren die insgesamt 10 Hektar große Anlage.
Der Lkw-Bereich wurde bereits am 1. Juli 2025 temporär geöffnet, um hinsichtlich des Fehlbedarfs an Lkw-Stellflächen im Autobahnabschnitt der A 1 so schnell wie möglich für Abhilfe zu sorgen. Im Anschluss begannen direkt die Arbeiten im Bereich des Individualverkehrs auf der Anlage. Dies war möglich, da die Planung der Rastanlage Lichtendorf Süd eine Besonderheit aufweist: Räumlich getrennte Auf- und Abfahrten für Lkw- und Individualverkehr. Über eine eigene, sieben Meter breite Abfahrt werden die Lkw von der A 1 zu den Stellplätzen geleitet. In fünf Fahrgassen stehen insgesamt 170 Stellplätze sowie moderne Erholungsflächen auf 4,8 Hektar zur Verfügung. Die konsequente Trennung vom Individual- und Lkw-Verkehr trägt signifikant zur Sicherheit auf der Rastanlage Lichtendorf Süd bei. Im Zuge der finalen Arbeiten wurde die gesamte Anlage nochmal für vier Wochen voll gesperrt.
Vor dem eigentlichen Ausbau der Lkw-Rastanlage wurde im Januar 2023 mit vorgezogenen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen auf einer Fläche von 3,7 Hektar begonnen. Rund 8.000 Sträucher und Bäume wurden gepflanzt, ein Wildschutzzaun mit einer Länge von einem Kilometer errichtet sowie großflächig artenreiches Grünland angesät. Durch diese umfassenden Maßnahmen gelingt es, die große Anlage in die bestehende Umgebung harmonisch einzupassen.
Über das Projekt
Die DEGES plant und realisiert den Ausbau der Tank- und Rastanlage Lichtendorf Süd im Auftrag des Bundes und der Autobahn GmbH des Bundes. Die A1 zwischen Wuppertal und Unna verbindet das östliche Ruhrgebiet direkt mit dem Raum Münster und ist eng mit dem übrigen Fernstraßennetz verknüpft. Die A1 spielt eine bedeutende Rolle im internationalen Straßengüterverkehr. Das Verkehrsaufkommen ist entsprechend hoch, dies wirkt sich auch auf die Parkplätze entlang der Strecke aus. Gerade in den Abendstunden sind diese dauerhaft überlastet. In bundesweiten Erhebungen der Bundesanstalt für Straßenwesen in 2018 sowie in 2023 wurde auf dem Streckenabschnitt der Autobahn A 1 zwischen dem Westhofener Kreuz und dem Kamener Kreuz ein erhebliches Defizit an Lkw-Parkständen festgestellt, weitere Stellplätze werden daher dringend benötigt.
Mehr Informationen zum Projekt finden Sie auf der Webseite der DEGES:
Ausbau der Tank- und Rastanlage Lichtendorf
Über die DEGES: Die DEGES ist eine Projektmanagementgesellschaft von Bund und Ländern. Sie verantwortet die Planung und die Baudurchführung für den Neubau und die Erweiterung von Autobahnen und Bundesstraßen. Autobahnprojekte setzt die DEGES im Auftrag der Autobahn GmbH des Bundes um, Bundesstraßenprojekte im Auftrag der Bundesländer.