Region: Westfalen, … Status: In Umsetzung

Autobahn: A 2, … A2: Neubau der Anschlussstelle Lünen-Süd

Die Abfahrt Dortmund-Lanstrop wird künftig unter dem Namen „Lünen-Süd“ zu einem Vollanschluss an die A2. Die Pläne gibt es schon lange - nun geht das Projekt in die Umsetzung.

Daten & Fakten

Kosten

6 Millionen Euro

Fertigstellung

Jahresende 2021

Neuer Name

Anschlussstelle Lünen-Süd


Projektbeschreibung

Die A2 ist eine der wichtigsten deutschen Ost-West-Verbindungen. Sie verläuft über 473 Kilometer zwischen der Stadt Oberhausen und dem Ort Kloster Lehnin vor den Toren Potsdams. Den dazwischen liegenden über 80 Auf- und Abfahrten wird nun in Fahrtrichtung Oberhausen mit der Anschlussstelle Lünen-Süd eine weitere hinzugefügt.

Mit dem sechs Millionen Euro teuren Bauprojekt endet eine fast 40 Jahre lange Hängepartie zwischen den Städten Lünen und Dortmund, die lange unterschiedliche Auffassungen zur Sinnhaftigkeit des Baus einer neuen Anschlussstelle hatten. Nachdem ein Kompromiss dazu führte, dass seit 1994 lediglich eine einseitige Auf- und Abfahrt auf die A2 von der südlichen Seite von und nach Dortmund-Lanstrop möglich war, wird die bereits existierende Abfahrt nun zu einem Vollanschluss ausgebaut. In diesem Zuge erhält sie den neuen Namen „Lünen-Süd“. Trotz des witterungsbedingt verspäteten Baubeginns wird mit Nachdruck versucht, die Fertigstellung der Anschlussstelle bis zum Jahresende 2021 zu realisieren.


Abschnitte

Die Baumaßnahme ist in zwei Bauabschnitte aufgeteilt:

Der erste Bauabschnitt hat im Mai 2021 begonnen und beinhaltet die Verbreiterung der Kurler Straße (L556), die zwischen Dortmund-Lanstrop und Lünen-Süd die Autobahn kreuzt. Außerdem steht der Bau der Auf- und Abfahrtsrampe der neuen Anschlussstelle auf der nördlichen Fahrbahnseite auf dem Programm. Der erste Bauabschnitt soll bis September 2021 fertig gestellt werden.

Die Ausschreibungen für dem zweiten Bauabschnitt haben im Mai 2021 begonnen. Es ist geplant, den zweiten Bauabschnitt im August 2021 anzugehen, damit er zeitnah an den ersten Bauabschnitt anschließt. Er beinhaltet die Verbreiterung der A2, das heißt die Einrichtung der Verzögerungs- sowie der Beschleunigungsspur, den Neubau der Lärmschutzwände sowie die Anpassung von Verkehrszeichenbrücken und Verkehrszeichen-Halterungen inklusive der angepassten Blaubeschilderung.


Historie

Im Jahr 1983 hat die Stadt Dortmund erstmalig einen Antrag zur Einrichtung einer neuen Anschlussstelle bei Dortmund-Lanstrop an der A2 gestellt. Darüber sollte der Zu- und Abfahrtsverkehr der dortigen Mülldeponie gesichert werden sowie ein Knotenpunkt für den öffentlichen Verkehr entstehen. Daraufhin erstellte die damalige Straßenbauverwaltung einen Vorentwurf, der auf Wunsch der Stadt Dortmund als halbe Anschlussstelle nur Fahrtrichtungsanschlüsse von und nach Westen vorsah.

Die Stadt Lünen akzeptierte diese Lösung vor allem wegen der Auffahrt von der Kurler Straße auf die A2 auf ihrem Stadtgebiet nicht. Es wurde befürchtet, dass bedeutende Verkehrsverlagerungen im Stadtgebiet durch die neue Anschlussstelle entstehen könnten. Dies hätte Berechnungen zufolge zu erheblichen verkehrlichen Zusatzbelastungen auf der bereits zum damaligen Zeitpunkt überlasteten Lüner Straßen sowie auf der Bebelstraße, der Preußenstraße, der Dernerstraße, der Kurler Straße und der Alsenstraße geführt.

Vor diesem Hintergrund erstellte die Stadt Dortmund ein erneutes Konzept, das eine Anschlussstellenlösung an der A2 nur mit Abfahrt von Westen (aus Fahrtrichtung Oberhausen kommend) und Zufahrt nach Osten (in Fahrtrichtung Hannover) auf Dortmunder Stadtgebiet vorsah. Auch diese Lösung akzeptierte die Stadt Lünen zunächst nicht. Der halbseitigen Anschlussstelle stimmte allerdings 1992 das Bundesverkehrsministerium zu, sodass sie im Jahr 1994 auf Dortmunder Stadtgebiet angelegt wurde.

Aufgrund zwischenzeitlich geänderter kommunaler Interessenlage strebte die Stadt Lünen inzwischen eine Vervollständigung der Anschlussstelle mit den beiden fehlenden Anbindungen an die nördliche Fahrbahn der A2 an. Im Jahr 2001 stimmte das zuständige Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung dem Vollausbau der Anschlussstelle Dortmund-Lanstrop grundsätzlich zu. Der Planungs-Entwurf wurde 2007 den Verkehrsministerien des Landes und des Bundes übergeben und 2009 genehmigt. Die vorgebrachten Prüfbemerkungen wurden aufgearbeitet und den Ministerien Ende 2009 übersandt. Die letztendliche Genehmigung erfolgt Anfang 2010.

Durch den Wegfall des Genehmigungsweges und Verzicht auf ein Planfeststellungsverfahren wegen eines „Falls von unwesentlicher Bedeutung“ wurde 2019 Baurecht für die halbseitige Anschlussstelle geschaffen.



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