Region: Westfalen, … Status: In Umsetzung

Autobahn: A 2, … Sanierung der Weserflut- und Weserstrombrücke

Die Autobahn Westfalen saniert auf der A2 an der Brückenkombination aus Weserflut- und Weserstrombrücke Brückenübergänge.

Daten & Fakten

Sanierung von zwei Brücken

Weserflut- und Weserstrombrücke

Kosten

2,3 Millionen Euro

Voraussichtliches Bauende

Juli 2021


Projektbeschreibung

Die Autobahn Westfalen saniert auf der A2 an der Weserflut- und Weserstrombrücke Brückenübergänge. Auf der 221 Meter langen Weserflutbrücke wird zudem die Fahrbahndecke in Fahrtrichtung Hannover erneuert. Die Baustelle liegt zwischen dem Kreuz Bad Oeynhausen und der Anschlussstelle Porta Westfalica. Täglich passieren über 85.000 Fahrzeuge diesen Autobahnabschnitt. Das etwa 2,3 Millionen Euro teure Bauprojekt wird voraussichtlich im Juli 2021 abgeschlossen sein.

Ursprünglich waren ab Juli 2020 zunächst nur Arbeiten an den Übergangskonstruktionen und den teils gebrochenen Mittelträgern der Weserstrombrücke vorgesehen. Da die Weserflutbrücke nur wenige Meter weiter über das Flutgebiet der Weser führt, hat die Autobahn Westfalen die ohnehin benötigte Baustelleneinrichtung als Anlass für die ebenfalls notwendigen Reparaturen an der Weserflutbrücke in Fahrtrichtung Hannover genommen.

Seitdem wird der Verkehr unter Beibehaltung der Sechsspurigkeit durch eine 4+2-Verkehrsführung über die beiden Teilbauwerke der Brücke geleitet. Es laufen also alle drei Fahrspuren in Richtung Dortmund sowie eine Fahrspur in Fahrtrichtung Hannover über den nördlichen und nur noch zwei Fahrspuren in Richtung Hannover über den südlichen Teil der zweigeteilten Weserflutbrücke. 


Historie

Die Komplexität der Weserflutbrücke erklärt sich aus ihrer Historie. Der im Jahr 1938 errichtete ältere Teil der Brücke besteht aus zwei etwa 100 Meter voneinander entfernten, parallel verlaufenden Bogenbauwerken aus Stein – je ein Bauwerk pro Fahrtrichtung. Die beiden Richtungsfahrbahnen verlaufen dadurch über zwei verschiedene Teilbauwerke. Im Zuge des sechsspurigen Ausbaus der A2 im Jahr 1978 wurde nachträglich neben den beiden Bogenbauwerken jeweils ein Plattenbalkenbauwerk aus Stahlbeton errichtetet und in Betrieb genommen.

Koppelung verursacht Probleme

Die heutigen Probleme begannen mit der Koppelung der beiden Bogen- mit den jeweils danebenliegenden Plattenbalkenbauwerken Ende der 1980er Jahre. Aufgrund vieler Motorradunfälle hat man sich damals dazu entschieden, durch das Einsetzen durchgängiger Verbindungselemente – sogenannter Federplatten – den ungewollten Spalt zwischen den Brückenteilbauwerken zu schließen.

Durch die unterschiedliche Ausdehnung der verschiedenen Baumaterialien beider Brückenteile – etwa durch Wärme – gibt es seitdem immer wieder Probleme mit den Fugenkonstruktionen an den Übergängen. Die im Jahr 2018 im Rahmen größerer Sanierungsarbeiten eingebauten, sogenannten Polyflexfugen erwiesen sich bereits im Winter 2019/20 an den sechs beweglichen Fugen des Bauwerks als zu hart und bröselig, sodass sie in einer Notmaßnahme durch Gussasphalt ersetzt werden mussten.

 


Bauabschnitte

In einem ersten Bauabschnitt wurden sechs Fahrbahnübergangskonstruktionen aus Stahl an den beweglichen Fugen neu hergestellt und sechs bestehende Polyflexübergänge an den starren Fugen ausgebaut und rundum erneuert. Die sechs Stahlkonstruktionen zwischen Fahrbahn und Brücke dienen der horizontalen Ausdehnung der Brücke und sind im Fall der Weserflutbrücke besonders großen Kräften ausgesetzt.

Entwässerung erneuert

Zudem hat die Autobahn ein Entwässerungssystem an den Stahl-Übergangskonstruktionen installiert, damit sich darin kein Wasser absetzt. Für die angeschlossene Freifallentwässerung mussten die Arbeiter mit schwerem Gerät durch das Bogenbauwerk hindurchbohren, um einen Durchgang für das unter der Brücke endende Entwässerungsrohr zu schaffen. Des Weiteren wurde im Übergang vom Erddamm zu Brücke eine neue Schleppplatte vor dem Plattenbauwerk angebracht, der Tragarm der bestehenden Schleppplatte an dem alten Bogenbauwerks entfernt und beide Platten, die dem Ausgleich von Bewegungen der Brücke dienen, miteinander verbunden.

Neue Deckschichten

Nach dem Umbau der Verkehrsführung wurde im zweiten Bauabschnitt die Deckschicht auf zwei Fahrspuren erneuert. Dabei haben Ingenieure der Autobahn festgestellt, dass sich nach wenigen Wochen an den sechs nicht beweglichen Fugen erneut einige Polyflexübergänge gelöst hatten, die dann im Winter 2020/21 durch Stahlübergangskonstruktionen mit einem geringeren Dehnweg ersetzt werden mussten. Zusätzlich wurde aufgrund festgestellter Hohlräume zwischen der Asphaltdeck- und -schutzschicht die Deckschicht des ersten Bauabschnitts nochmals im Ganzen erneuert. Das Bauende wird sich durch die zusätzlichen Maßnahmen nicht verschieben.

Sanierung in Fahrtrichtung Dortmund

Nach Behebung der Mängel an den Deckschichten auf der Weserflutbrücke wird die Verkehrssicherung so umgebaut, dass mit der Sanierung der Übergangskonstruktionen an der Weserstrombrücke in Fahrtrichtung Dortmund begonnen werden kann. Sind diese abgeschlossen stehen nach Umbaumaßnahmen auf beiden Brückenteilen wieder drei eingeengte Fahrspuren zur Verfügung.

In einem letzten Bauabschnitt wird auf der gesamten Länge einer der Mittelstreifenüberfahrten eine neue und zusätzliche Linienentwässerung zur Verhinderung von Aquaplaning eingebaut. Zum Abschluss der Baumaßnahme werden die Schutzplankenbänder auf den beiden Mittelstreifenüberfahrten geschlossen und die vorhandene Verkehrssicherung abgebaut, so dass der Verkehr wieder ohne Einschränkungen rollen kann.


Wenn 155 Tonnen den richtigen Weg suchen

Keine Frage, es ist imposant: Wenn ein rund 70 Meter langes Rotorblatt für eine Windkraftanlage von A nach B gebracht wird, hat es meist ungeteilte Aufmerksamkeit. Aber auch der Transport von beispielsweise großen und schweren Turbinen oder Tanks, aufgeladen auf Sattelzügen mit zahlreichen Achsen, zieht neugierige Blicke auf sich. Dass es aber ganz schön viel Arbeit ist, diesen Kolossen freie Fahrt auf der Autobahn zu ermöglichen, wissen die wenigsten. 


Verkehrsmeldungen

A2: Sperrung der Auffahrt an der Anschlussstelle Marienborn/Helmstedt vom 12.04. bis 28.05.2021

Auf der Richtungsfahrbahn Hannover ist die Auffahrt der Anschlussstelle Marienborn/Helmstedt vom 12.04. bis 28.05.2021 aufgrund von Sanierungsarbeiten gesperrt. Die Umleitung erfolgt über die Anschlussstelle Alleringersleben. Zudem sind auf der Richtungsfahrbahn Berlin zwischen der Landesgrenze zu Niedersachsen sowie der Anschlussstelle Alleringersleben vom 07.04. bis 28.05.2021 auf circa einem Kilometer Länge die linken beiden Fahrstreifen gesperrt. Der Verkehr wird über den Last- und Standstreifen an der Baustelle vorbeigeführt.

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