Erneuerung der Großtalbrücken Pfädchensgraben und Tiefenbachtal mit 6-streifigem Ausbau zwischen der Anschlussstelle Rheinböllen und der Tank- und Rastanlage Hunsrück
Daten & Fakten
Baukosten
ca. 151 Mio. Euro
vsl. Bauende
Ende 2029
Baulänge
7,6 km
Ausbau
6-streifig
Projektinformation
Die Bundesautobahn wurde 1968 für den Verkehr freigegeben. Im vorliegenden Planungsabschnitt waren beide Fahrtrichtungen 2-streifig mit Standstreifen angelegt.
Für die gesamte rund 7,6 Kilometer lange Planungsstrecke wurden bereits im Jahre 1992 die notwendigen Voruntersuchungen begonnen und durchgeführt.
Im Bereich der beiden zum Zeitpunkt der Untersuchungen in schlechtem Bauzustand befindlichen Talbrücken wurden mehrere Varianten detailliert untersucht, auch mit dem Ziel, möglicherweise auf die beiden Talbrücken in Zukunft verzichten zu können. Diese großräumigen Trassenvarianten führten allerdings nicht zu dem gewünschten Ergebnis, so dass diese Lösung aufgegeben wurde. Nach Abwägung aller Vor- und Nachteile wurde schließlich der Variante mit Erneuerung der beiden Talbrücken der Vorzug gegeben.
Die Verkehrsprognose weist für das Prognosejahr 2025 eine Belastung von DTV(2025) = 67.000 KFZ/ 24 h bei einem Güterverkehrsanteil von 28 Prozent für die A61 aus. Um die sehr wichtigen Verkehrsbeziehungen auf der A61 weiterhin gewährleisten zu können, sind nicht nur die Erneuerungen der beiden Talbrücken sondern auch der 6-streifige Ausbau notwendig.
Durch den 6-streifigen Ausbau wird dieser Autobahnabschnitt der Verkehrsentwicklung der nächsten Jahre gerecht. Außerdem bringt der leistungsfähigere Querschnitt die Voraussetzung für eine höhere Verkehrssicherheit und einen flüssigen Verkehrsablauf, der unter anderem die Wirtschaftlichkeit für den Straßenbenutzer durch. Zeit- und Betriebskostenersparnis verbessert.
Umfang der Maßnahme
Innerhalb des Planungsabschnittes zwischen der Anschlussstelle (AS) Rheinböllen und der Tank- und Rastanlage (T&R-Anlage) Hunsrück liegen die beiden großen Talbauwerke Pfädchensgrabenbrücke und Tiefenbachtalbrücke. Die inzwischen ca. 55 Jahre alten Bauwerke, die maßgebend für die Abschnittsbildung sind, sind den heutigen Verkehrsbelastungen nicht mehr gewachsen und müssen erneuert werden.
Der Ausbau der A61 beginnt an der AS Rheinböllen und endet an der T&R-Anlage Hunsrück. Der vorhandene Querschnitt der A61 setzt sich zusammen aus jeweils zwei Fahrstreifen und einem Standstreifen. Die Planung sieht einen zusätzlichen dritten Fahrstreifen und einen Standstreifen je Fahrtrichtung vor.
Innerhalb des Planungsbereiches befinden sich insgesamt acht Kreuzungsbauwerke. Von besonderer Bedeutung sind die zwei Talbrücken Pfädchensgrabenbrücke und Tiefenbachtalbrücke. In diesem Bereich wird die Linienführung der Autobahn-Achse neu trassiert und in nordöstlicher Richtung bis zu 20 Meter versetzt. Dies ist erforderlich, um unter Aufrechterhaltung des Verkehrs die Talbrücken zu erneuern.
Bauzeit
Der 6-streifige Ausbau der A61 zwischen der AS Rheinböllen bis zur Tank- und Rastanlage Hunsrück ist in drei Abschnitte unterteilt.
Begonnen wurde mit dem zweiten Abschnitt im März 2017. Dieser umfasst:
- der Abbruch von zwei Wirtschaftswegebrücken ist erfolgt
- Ersatzneubau einer Wirtschaftswegebrücke
- Verbreiterung und Verstärkung einer bestehenden Unterführung
- 6-streifiger Fahrbahnausbau
- Erneuerung der beiden Talbrücken Pfädchensgraben und Tiefenbachtal
Die Bauabschnitte 1 und 3 wurden zeitversetzt zum 2. Abschnitt begonnen.
Baufortschritt
Die im Bau befindliche Maßnahme wurde bis zum 31. Dezember 2020 in Verantwortung des Landesbetriebs Mobilität RLP durchgeführt. Die Autobahn GmbH hat am 1. Januar 2021 die Verantwortung für die Durchführung des Projektes im Zuge der A61 vom Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz übernommen.
Die Gründe für die Verzögerungen sind mannigfaltig und reichen von zusätzlichen Leistungen durch neue technische Erkenntnisse bis hin zu erforderlichen Nacharbeiten zur Erreichung der vertraglich vereinbarten Qualitäten. Zudem verzögerten die durch die Corona-Pandemie und den Ukraine-Krieg verursachten Lieferengpässe die Bauzeit.
Bauabschnitte
Der 6-streifige Ausbau der A61 zwischen der Anschlussstelle (AS) Rheinböllen und der T&R-Anlage Hunsrück unterteilt sich in drei Bauabschnitte. Der erste Bauabschnitt beginnt im Bereich der AS Rheinböllen. Der dritte Bauabschnitt endet an der T&R-Anlage Hunsrück. Im mittig liegenden zweiten Bauabschnitt befinden sich die beiden Talbrücken Pfädchensgraben und Tiefenbachtal.
Erster Bauabschnitt
Der erste Bauabschnitt mit einer Länge von ca. 2,1 km im Bereich der AS Rheinböllen umfasst neben dem Straßenbau auch die Verbreiterung des Unterführungsbauwerks der B50. Beide Richtungsfahrbahnen wurden inzwischen fertiggestellt. Nach abschließenden Schutzplankenarbeiten an den bisher genutzten Mittelstreifenüberfahrten ist der Abschnitt ohne Einschränkungen nutzbar. Unter Berücksichtigung der neuen Mittelstreifenüberfahrt für den zweiten Bauabschnitt wurde damit der Großteil des ersten Bauabschnitts für den Verkehr freigegeben.
Zweiter Bauabschnitt
Der zweite Bauabschnitt mit einer Länge von ca. 3,7 km umfasst neben dem Straßenbau auch den Ersatzneubau der beiden Talbrücken Pfädchensgraben und Tiefenbachtal sowie den Rückbau beider Bestandsbauwerke. Bislang wurde der Verkehr für beide Fahrtrichtungen Speyer und Koblenz mithilfe einer entsprechenden Baustellenverkehrsführung über die südliche Richtungsfahrbahn Speyer geführt. Nach letzten Arbeiten an der Fahrbahn und der Umsetzung eines verbesserten Verkehrskonzepts ist der Verkehr auf die nördliche Richtungsfahrbahn umgelegt. Derzeit läuft der Rückbau der beiden Bestandsbauwerke, um im nächsten Schritt mit dem Ersatzneubau der beiden neuen südlichen Brückenhälften und dem zugehörigen Straßenbau der Richtungsfahrbahn Speyer beginnen zu können. Mit dem eigentlichen Abbruch wurde im Frühjahr 2026 begonnen. Außerdem wird die Mittelstreifenüberfahrt zum 3. Bauabschnitt ca. 200 m weiter Richtung Süden verlegt, um eine bessere Überleitung des Verkehrs in Fahrtrichtung Speyer zu ermöglichen. Hierzu muss zunächst eine neue Mittelstreifenüberfahrt hergestellt werden.
Die Bauarbeiten im zweiten Bauabschnitt sollen basierend auf der aktuellen Planung Ende 2029 abgeschlossen sein.
Dritter Bauabschnitt
Der dritte Bauabschnitt mit einer Länge von ca. 1,8 km endet an der T&R-Anlage Hunsrück und umfasst neben dem Straßenbau auch den Ersatzneubau des Unterführungsbauwerks K37.
Beide Richtungsfahrbahnen wurden inzwischen fertiggestellt. Nach abschließenden Schutzplankenarbeiten an den bisher genutzten Mittelstreifenüberfahrten ist der Abschnitt unter Berücksichtigung der für den 2. Bauabschnitt benötigten Mittelstreifenüberfahrt ohne Einschränkungen nutzbar und für den Verkehr freigegeben.
Die noch ausstehenden Arbeiten außerhalb der eigentlichen Fahrbahn, zum Beispiel die restlichen Arbeiten an den Wirtschaftswegen, Regenrückhaltebecken sowie Kanalarbeiten im Bereich der K37 sollen in 2026 abgeschlossen sein.
Bau der Lärmschutzwand auf Höhe der Ortslage Daxweiler
Die Lärmschutzwand im Bereich Daxweiler wird bis zur Vollendung der Gesamtmaßnahme errichtet werden. Die jetzige Planung sieht vor, diese in 2026 auszuschreiben und die Arbeiten bis Frühjahr 2028 abzuschließen.
Mehr Fotos und Videos
A61: Abbrucharbeiten an den Talbrücken Pfädchensgraben und Tiefenbachtal gestartet
Die Autobahn GmbH des Bundes hat mit dem Rückbau der Talbrücken Pfädchensgraben und Tiefenbachtal im Zuge der A61 begonnen. Beide Bauwerke aus den 1960er-Jahren werden durch leistungsfähige Neubauten ersetzt. Der Start der Abbrucharbeiten markiert eine zentrale Phase im Großprojekt, das neben dem Brückenersatz auch den sechsstreifigen Ausbau des 7,6 Kilometer langen Abschnitts zwischen der Anschlussstelle Rheinböllen und der Tank- und Rastanlage Hunsrück umfasst.
„Mit der Erneuerung der Talbrücken stärken wir eine der wichtigsten Nord-Süd-Achsen im Westen und Südwesten Deutschlands dauerhaft. Der Ausbau ist ein Schlüsselprojekt für die Leistungsfähigkeit und Sicherheit der A61, heute und für die kommenden Jahrzehnte“, sagt Markus Gerhards, Niederlassungsdirektor der Niederlassung West.
Verkehr läuft stabil weiter – Neubau folgt ab 2027
Der Verkehr beider Fahrtrichtungen wurde in den vergangenen Monaten auf die bereits fertiggestellten nördlichen Teilbauwerke der Talbrücken und die darauf verlaufende Richtungsfahrbahn Koblenz verlegt, sodass der Abbruch unter laufendem Verkehr erfolgen kann. Nach dem Rückbau starten ab 2027 der Neubau der südlichen Brückenhälften und der zugehörige Ausbau der Richtungsfahrbahn Speyer.
„Der Rück- und Neubau beider Talbrücken ist technisch anspruchsvoll, aber entscheidend für einen zügigen Projektfortschritt. Unser Ziel ist es, die umfangreiche Gesamtmaßnahme bis Ende 2029 abzuschließen“, erklärt Sandro Vincenzi, Leiter der Außenstelle Wiesbaden.
Die neuen Brücken im Überblick
- Pfädchensgrabenbrücke: 531 m Länge, Spannbeton-Hohlkasten,
größte Spannweite 50 m - Tiefenbachtalbrücke: 367,5 m Länge, Stahl-Verbundbauweise, größte Spannweite 80 m
Beide Brücken erhalten künftig je drei Fahrstreifen plus Standstreifen pro Richtung.
Projektstand und Ausblick
Der Ausbau der A61 vor und hinter den beiden Talbrücken ist bis auf Restarbeiten außerhalb der Fahrbahn abgeschlossen und vollständig für den Verkehr nutzbar. Zudem wurden die beiden neuen nördlichen Teilbauwerke der Talbrücken sowie die darauf verlaufende Richtungsfahrbahn Koblenz fertiggestellt und der gesamte Verkehr für die Fahrtrichtungen Koblenz und Speyer hierhin verlegt.
Mit dem Abbruch der bestehenden Talbrücken sowie dem anschließenden Neubau der südlichen Teilbauwerke rückt nun ein entscheidender Teil des Projekts in den Fokus. Die Gesamtkosten betragen rund 151 Millionen Euro, das Bauende ist für Ende 2029 geplant.
Über die Autobahn GmbH des Bundes
Die Autobahn GmbH des Bundes ist verantwortlich für die Planung, den Bau, den Betrieb, die Erhaltung, die Finanzierung, das Verkehrsmanagement sowie die vermögensmäßige Verwaltung der Bundesautobahnen. Seit dem Betriebsstart am 1. Januar 2021 vereint die Autobahn GmbH die Vorteile einer zentral aufgestellten Organisation mit den Stärken der regionalen Verankerung ihrer zehn Niederlassungen. Mit mehr als 13.000 Kilometern Autobahnnetz ist die Gesellschaft einer der größten Autobahnbetreiber Europas.
Beginn Abbrucharbeiten
Verkehrsumlegung
Luftbilder
Ansprechpartner
Maximilian Angst
Pressesprecher Außenstelle Wiesbaden
E-Mail-Adresse
presse.west[@]autobahn[.]de
Die Autobahn GmbH des Bundes
Niederlassung: WestHagenauer Str. 44
65203 Wiesbaden
Mandy Burlaga
Leiterin Kommunikation West
E-Mail-Adresse
presse.west[@]autobahn[.]de
Telefon
+49 2602 924-0
Die Autobahn GmbH des Bundes
Niederlassung: WestBahnhofsplatz 1
56410 Montabaur


