Region: Nordwest, … Status: In Umsetzung

Autobahn: A 44, … Neubau der A 44 zwischen Kassel und Herleshausen

Der zwölf Abschnitte umfassende Neubau der A 44 in Hessen hat eine Gesamtlänge von rund 70 km.


Projektbeschreibung

Der Neubau der A 44 zwischen Kassel und Herleshausen verbindet als Bestandteil des transeuropäischen Wegenetzes die Benelux-Staaten im Westen mit Polen und den östlich davon liegenden Staaten. Auch innerhalb Deutschlands wird die aus dem Ruhrgebiet kommende (Beginn an der Westgrenze Deutschlands bei Aachen) und heute am Kasseler Kreuz endende Bundesautobahn 44 eine wichtige Verbindungsfunktion in West-Ost-Richtung wahrnehmen. Die Verbesserung der Fernerschließung durch die A 44 ist die Voraussetzung für strukturfördernde Effekte. Insbesondere der Raum Kassel mit seinen prosperierenden Branchen wird davon profitieren. Die A 44 wird aber auch in der Region und dabei besonders in den Gemeinden durch Entlastungseffekte auf den vorhandenen Bundesstraßen ein besseres und sichereres Wohnumfeld schaffen. Der Bundesgesetzgeber hat den vierstreifigen Bau der A 44 zwischen Kassel und der A 4 bei Herleshausen im Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen als Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 15 in der Stufe des vordringlichen Bedarfs ausgewiesen.

 

Von dem 12 Abschnitte umfassenden Neubau mit einer Gesamtlänge von rd. 70 km sind fünf Abschnitte bereits fertiggestellt und sechs im Bau. Lediglich ein Abschnitt vom Dreieck Lossetal bis zur Ausfahrt Helsa-Ost befindet sich noch in der Planung. Dieser Abschnitt mit der Bezeichnung Abschnitt 2 bzw. Verkehrskosteneinheit (VKE) 11 befindet sich als Lückenschluss aktuell in der Planfeststellung (mehr dazu unter Aktuelles).

Hessen Mobil hat die Planung und den Bau der Abschnitte 1 bis 7 bis zum Ende des Jahres 2020 betrieben. Auf der dortigen Website erhalten Sie weiterhin Informationen zu dem Projekt.
A 44 Kassel-Herleshausen | Hessen Mobil - Straßen- und Verkehrsmanagement
Seit dem 1.1.2021 ist die Autobahn GmbH des Bundes verantwortlich und führt die Arbeiten fort.

Die Abschnitte 8 bis 12 werden durch die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH, kurz DEGES realisiert. Informationen dazu erhalten Sie dort:
A 44: Kassel – Eisenach (VDE Nr. 15) - DEGES GmbH

 

 

Abschnitt 1 (VKE 01)
Autobahndreieck Kassel-Süd bis Dreieck Lossetal

Der Planfeststellungsbeschluss wurde im März 2010 unterzeichnet. Mit Ablauf der Klagefrist am 20.05.2010 ist die Planfeststellung für die VKE 01 "8-streifiger Ausbau der A7 zwischen dem zukünftigen Autobahndreieck Kassel-Ost und Autobahndreieck Kassel-Süd" rechtskräftig geworden. 9 Bauabschnitte sind fertiggestellt. Aktuell läuft der 10. Bauabschnitt. Die Baulänge beträgt insgesamt 6,2 km.

Abschnitt 2 (VKE 11)
Dreieck Lossetal bis Ausfahrt Helsa-Ost

Zur Anhörung der Öffentlichkeit sind die Planunterlagen in der Zeit vom 26.04.2021 bis 25.05.2021 im Internet auf der Homepage des Regierungspräsidiums Kassel (www.rp-kassel.de) unter „Presse/Öffentliche Bekanntmachungen“ veröffentlicht. Weitere Informationen zur VKE 11 finden Sie oben unter Aktuelles.

Abschnitt 3 (VKE 12)
Anschlussstelle Helsa-Ost bis Anschlussstelle Hessisch Lichtenau-West

Der erste Spatenstich erfolgte am 25.05.2010. Die planfestgestellte VKE 12 wurde von der BürgerinitiativePro A44 beklagt. Anfang 2012 wurde aber die Klage beim Bundesverwaltungsgericht abgewiesen und damit der Planfeststellungsbeschluss in seiner Rechtsmäßigkeit bestätigt. Der Bauauftrag zum Bau des Tunnels Hirschhagen inklusive des angrenzenden Streckenabschnittes wurde am 29.01.2013 vergeben. Die Bauarbeiten für den längsten Straßentunnel Hessens (ca. 4.200 m) haben im Februar 2013 begonnen. Der Tunnelanschlag erfolgte am 9. Juni 2013. Die Tunnelrohbaus ist fertiggestellt. Aktuell erfolgt die technische Tunnelausstatung. Die Baulänge des gesamten Streckenabschnittes beträgt 5,9 km.

Abschnitt 4 (VKE 20)
Anschlussstelle Hessisch Lichtenau-West bis Anschlussstelle Hessisch Lichtenau-Mitte

Eine Klage des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) wurde am 12. März 2008 vom Bundesverwaltungsgericht abgewiesen. 2008 begann daraufhin der Bau der VKE 20, die als maßgebendes Bauwerk den ca. 700 m langen Schulbergtunnel vorweist. Die Verkehrsfreigabe erfolgte am 24.07.2014. Die Baulänge des gesamten Streckenabschnittes beträgt 2,2 km.

Abschnitt 5 (VKE 31)
Anschlussstelle Hessisch Lichtenau-Mitte bis Anschlussstelle Hessisch Lichtenau-Ost

Dieser Abschnitt mit den Tunneln Walberg und Hopfenberg wurde 2005 nach fünfjähriger Bauzeit als erster dem Verkehr übergeben. Die Baulänge beträgt 4,3 km.

Abschnitt 6 (VKE 32)
Anschlussstelle Hessisch Lichtenau-Ost bis Waldkappel-Hasselbach

Gegen die Planfeststellung der VKE 32 wurde Klage vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) vor dem Bundesverwaltungsgericht erhoben. Am 14. April 2010 wies das Bundesverwaltungsgericht die Klage ab. Am 24.09.2010 fand der erste Spatenstich statt, seitdem konnten wesentliche Ingenieurbauwerke bereits umgesetzt werden. Mit dem Tunnel Küchen wurde am 1. November 2012 begonnen, der Tunnelanschlag erfolgte am 22.02.2013. Die Verkehrsfreigabe der VKE 32 erfolgte am 13. April 2018. Die Baulänge beträgt 4,3 km.

Abschnitt 7 (VKE 33)
Waldkappel-Hasselbach bis Anschlussstelle Waldkappel

Durch die Rücknahme der Klage des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gegen den Planfeststellungsbeschluss im August 2010 liegt Baurecht vor. Der erste Spatenstich erfolgte im März 2011. Inzwischen sind alle neun Brückenbauwerke in der VKE 33 fertig gestellt. Der Streckenbau hat im Oktober 2014 begonnen, der Streckenbau wurde 2016 abgeschlossen. Die Arbeiten liefen planmäßig. Die Verkehrsfreigabe der VKE 33 fand wie geplant in Verbindung mit der VKE 32 am 13. April 2018 statt. Die Baulänge beträgt 6 km.

Abschnitt 8 (C 211)
Anschlussstelle Waldkappel

An der AS Waldkappel hat der Bau im Oktober 2014 begonnen. Sie besteht im Wesentlichen aus einem Brückenbauwerk und dem entsprechenden Erdbau. Die zugehörigen Rampen werden über zwei neu zuerrichtende Kreisverkehre an das nachgeordnete Straßennetz angeschlossen. Die Freigabe der Anschlussstelle erfolgte zusammen mit dem Abschnitt 7 (VKE 33) am 13. April 2018.

Abschnitt 9 (C 212)
Anschlussstelle Waldkappel bis Anschlussstelle Ringgau

Im Oktober 2011 wurde der Planfeststellungsbeschluss unterzeichnet. Dieser Abschnitt wurde seitdem vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) beklagt. Die Klage wurde im März 2013 vom Bundesverwaltungsgericht abgewiesen. Am 19.08.2013 fand eine Vorortinformation zur Realisierung der Anschlussstelle Waldkappel unter Beteiligung des BMVI statt. Im Herbst 2014 wurde in diesem Bereich mit dem Bau begonnen. Derzeit befinden sich mehrere Brücken im Bau sowie der Kreisverkehr B 27 / B 7 (AS Ringau). Die Baulänge beträgt 7,2 km.

Abschnitt 10 (C 221)
Anschlussstelle Ringgau bis Anschlussstelle Sontra-West

Im Januar 2012 wurde der Planfeststellungsbeschluss unterzeichnet. Dieser wurde vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) beklagt. Die Klage wurde im Oktober 2013 zurückgezogen. Die UIfetalbrücke befindet sich im Bau. Die Baulänge beträgt 5,4 km.

Abschnitt 11 (C 231)
Anschlussstelle Sontra-West bis Talbrücke Riedmühle

Der Antrag zur Einleitung des Planfeststellungsverfahrens wurde im Juli 2012 beim Regierungspräsidium Kassel gestellt. Für die sich aus der Erörterung ergebenden Änderungen wurde ein Planänderungsverfahren durchgeführt. Der Planfeststellungsbeschluss wurde im September 2013 unterzeichnet. Gegen den Beschluss wurde keine Klage eingereicht. Der Planfeststellungsbeschluss hat somit Rechtskraft erlangt. Die Baulänge beträgt 10,8 km.

Abschnitt 12 (C 241)
Talbrücke Riedmühler bis Wommener Dreieck

Der Antrag zur Einleitung des Planfeststellungsverfahrens wurde im Dezember 2011 beim Regierungspräsidium Kassel gestellt. Das Anhörungsverfahren wurde im September 2012 beendet. Am 27. Februar 2013 wurde der Planfeststellungsbeschluss in Wiesbaden durch den Minister unterzeichnet. Gegen den Planfeststellungsbeschluss wurden Klagen eingereicht. Im Dezember 2013 wurden die Klagen gegen den Beschluss zurückgezogen. Durch die Einstellung der Verfahren erlangt der Planfeststellungsbeschluss Rechtskraft. Der offizielle Spatentsich war am 18.08.2017. Die Baulänge beträgt 6 km.



Inhalt

Abschnitt 2 (VKE 11): Dreieck Lossetal bis Ausfahrt Helsa-Ost

Zusammenfassung der bisherigen Verfahrensschritte

Ein Planfeststellungsverfahren für den Abschnitt der VKE 11 wurde erstmals im Jahr 2006 eingeleitet. Im Anhörungsverfahren konnten Einwendungen und Stellungnahmen beachtet werden. Die vorliegende Planung wurde überprüft und überarbeitet. Ein neuer Entwurf der Planung wurde dem Bundesverkehrsministerium im Jahr 2012 zur Zustimmung vorgelegt, welche im Mai 2014 mit Prüfaufträgen zu technischen Details der Planung und unter Ausklammerung des Lärmschutzkonzeptes erteilt wurde. Parallel hierzu hat Herr Staatsminister Al-Wazir im Jahr 2014 in Abstimmung mit Vertreterinnen und Vertretern von Interessensverbänden und Kommunen der Region ein Dialogverfahren angeregt, damit die seinerzeit bestehenden Fragen der Betroffenen geklärt und verschiedene fachliche Auffassungen zu Elementen der Planung diskutiert werden konnten. In dem Zeitraum zwischen Dezember 2014 und November 2016 fanden mehrere Termine statt, in denen umfangreiche Informationen zu den Planungen der Neubaumaßnahme sowie Fachgutachten an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer weitergegeben wurden sowie Fragen bzw. Anregungen zu den unterschiedlichen Themenbereichen aufgenommen und diskutiert wurden. Die Ergebnisse dieses Prozesses und der mit dem Bundesverkehrsministerium zum weiteren Vorgehen vorgenommenen Abstimmungen wurden am 16.11.2016 von Staatsminister Al-Wazir in Kaufungen vorgestellt.

Die anschließende Einarbeitung der Abstimmungsergebnisse und neuer Erkenntnisse durch Hessen Mobil betraf alle Planunterlagen. Im Zuge dessen fanden intensive Abstimmungen mit dem Bundesverkehrsministerium als Auftraggeber der Planung statt. Neben einer Aktualisierung der naturschutzfachlichen Kartierung sowie einer Fortschreibung der Verkehrsprognose auf das Prognosejahr 2030 wurde ein besonderes Augenmerk auf die Lärmschutzkonzeption und den Erhalt der Bundesstraße 7 sowie das Entwässerungskonzept gelegt, welches grundlegend überarbeitet wurde. Zudem wurden umfangreiche Prüfaufträge seitens des Bundesverkehrsministeriums bearbeitet mit der Folge, dass u. a. auch der Entwurf zum Tunnel Helsa komplett überarbeitet wurde. Die gesamten überarbeiteten Planungsunterlagen wurden im Juni 2020 über das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen (HMWEVW) an das Bundesverkehrsministerium zur Einholung der erforderlichen Zustimmung des Bundes als Auftraggeber übersandt (sogenannter „Gesehensvermerk“). Der verwaltungsinterne „Gesehenvermerk“ des Bundesministeriums wurde am 30. November 2020 erteilt. Dieser galt als Voraussetzung dafür, dass mit den überarbeiteten Planunterlagen erneut das Planfeststellungsverfahren beantragt werden konnte.

Weiteres Vorgehen im Genehmigungsverfahren

Am 22. Dezember 2020 stellte Hessen Mobil den Antrag auf Einstellung des noch laufenden Verfahrens aus dem Jahre 2006 sowie auf gleichzeitige Neueinleitung der Planfeststellung beim zuständigen Regierungspräsidium Kassel, welches auch nach Übergang des Projektes auf die Autobahn GmbH als Anhörungsbehörde zuständig ist. Dadurch ist es möglich, dass Bürger und Verbände an einzelne Bestandteile ihrer früheren Einwendungen und Stellungnahme aus dem Jahr 2006 nicht gebunden sind und ein eventuelles neues Vorbringen möglich ist. Zudem erlaubt dieser Schritt, den aktuellen Stand der Planung ohne – aus heutiger Sicht unnötige – Hinweise zum früheren Planungsstand 2006 darzustellen und so Unklarheiten in der Öffentlichkeit bezüglich der heutigen Planungsinhalte zu vermeiden.

Zur Anhörung der Öffentlichkeit sind die Planunterlagen in der Zeit vom 26.04.2021 bis 25.05.2021 im Internet auf der Homepage des Regierungspräsidiums Kassel (www.rp-kassel.de) unter „Presse/Öffentliche Bekanntmachungen“ veröffentlicht.

Über die Einwendungen und Stellungnahmen wird nach Abschluss des Anhörungsverfahrens durch die zuständige Planfeststellungsbehörde, das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, entschieden.

Pressekontakt


Projektverantwortung

Bernhard Klöpfel

Außenstellenleiter Kassel

Die Autobahn GmbH des Bundes Niederlassung Nordwest
Außenstelle Kassel
Untere Königsstraße 95
34117 Kassel