Ersatzneubau der Fleher Brücke (A46)
Projektumfang
Das gesamte Projekt umfasst den Ersatzneubau der Fleher Brücke sowie die grundhafte Sanierung der A46 auf einer Strecke von vier Kilometern zwischen den Anschlussstellen Neuss-Uedesheim und Düsseldorf-Bilk.
In unserem interaktiven Projektatlas können Sie sich zu vielen Details der Planung informieren.
Daten und Fakten
- Autobahn: A46
- Projekt: Ersatzneubau und grundhafte Sanierung
- Strecke: Anschlussstelle Neuss-Uedesheim bis Anschlussstelle Düsseldorf-Bilk (ca. 4 km)
Wenn ein Wahrzeichen in die Jahre kommt
Die Fleher Brücke ist weit mehr als nur eine Autobahnverbindung über den Rhein – sie ist eines der prägenden Ingenieurbauwerke im Düsseldorfer Süden und eine tägliche Kulisse für zehntausende Pendlerinnen und Pendler. Zwischen 1976 und 1979 errichtet, verbindet sie im Zuge der A46 die Anschlussstellen Neuss‑Uedesheim und Düsseldorf‑Bilk. Der Brückenzug ist insgesamt 1.165 Meter lang und besteht aus zwei Vorlandbrücken sowie der Strombrücke als Schrägseilbrücke, die den Rhein überspannt; die linksrheinische Vorlandbrücke ist 780 Meter, die rechtsrheinische 15 Meter und die Strombrücke 368 Meter lang. Ihr 146 Meter hoher Pylon aus Stahlbeton, der sich in umgedrehter Y‑Form über dem Strom erhebt, macht die Fleher Brücke unverwechselbar und zum weithin sichtbaren Orientierungspunkt im Rheinbogen zwischen Neuss und Düsseldorf – ein Stück Ingenieurbaukunst der 1970er‑Jahre, das Funktionalität des Fernstraßenverkehrs mit einer eigenständigen Brückengestalt verbindet.
Verkehrsaufkommen ist kontinuierlich gestiegen
Wie viele große Infrastrukturbauwerke ihrer Generation steht auch die Fleher Brücke heute unter einem Druck, den die Planer der 1970er‑Jahre so nicht vorhersehen konnten: Das Verkehrsaufkommen ist über Jahrzehnte kontinuierlich gestiegen, die Lasten im Schwerverkehr haben deutlich zugenommen, und gleichzeitig zeigen sich an den alten Konstruktionen die Spuren von Materialermüdung und Fertigungsqualitäten, die nicht mehr heutigen Standards entsprechen. Regelmäßige Prüfungen haben an der Fleher Brücke Materialdefizite und schadensanfälligen Stahl aufgezeigt; trotz Verstärkungsmaßnahmen kann das Bauwerk nur noch mit je zwei Fahrstreifen pro Richtung sicher betrieben werden. Wie viele Rheinquerungen ihrer Zeit ist sie damit zum Symbol dafür geworden, dass einstige Ingenieurleistungen zwar beeindruckend, aber nicht unbegrenzt belastbar sind – und dass ein Ersatzneubau notwendig wird, wenn Sicherheit, Leistungsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit auf Dauer gesichert werden sollen.
Informationsveranstaltungen auf beiden Seiten des Rheins
Um dieser Entwicklung zu begegnen, plant die Niederlassung Rheinland den Ersatzneubau der Fleher Brücke und die grundhafte Sanierung der A46 im Abschnitt zwischen Neuss‑Uedesheim und Düsseldorf‑Bilk. Bereits 2023 ist sie mit verschiedenen Kommunikationsmaßnahmen an die Öffentlichkeit gegangen. Im Frühjahr 2024 folgten im Rahmen der Frühen Öffentlichkeitsbeteiligung (FÖB) erste Informationsveranstaltungen vor Ort – immer auf beiden Seiten des Rheins, in Düsseldorf-Flehe genauso wie ein Neuss-Uedesheim. Bei den Veranstaltungen wurden die Varianten des Ersatzneubaus vorgestellt und mit Bürgerinnen, Bürgern und Politik diskutiert wurden. 2025 wurden diese Dialogformate fortgeführt und die planerischen Zwischenergebnisse schrittweise vertieft. Auf dieser Basis konnte Anfang 2026 die Variantenentscheidung getroffen und eine Vorzugsvariante festgelegt werden – der zentrale Meilenstein, um nun in die Entwurfsplanung und das anschließende Planfeststellungsverfahren einzusteigen.
Vorzugsvariante in weiten Teilen in der heutigen Trasse
Die Vorzugsvariante sieht vor, die neue Rheinbrücke in weiten Teilen in der heutigen Trasse zu belassen und ein neues Teilbauwerk zunächst seitlich versetzt zu errichten, um anschließend per Querverschub in die Endlage gebracht zu werden. Zuerst entsteht westlich der bestehenden Brücke ein neues Teilbauwerk für eine Fahrtrichtung, auf das der Verkehr nach Fertigstellung umgelegt wird; erst dann kann das Bestandsbauwerk vollständig abgebrochen und das zweite neue Teilbauwerk gebaut werden. Im Ergebnis entsteht ein Brückenzug mit zwei neuen Teilbauwerken in einer Lage, die nur geringfügig näher an die Ortslage Flehe heranrückt, gleichzeitig aber die Wasserschutzgebiete und FFH‑Flächen deutlich weniger beansprucht als ostseitige Varianten – ein technisches Konzept, das den durchgehenden Betrieb der Rheinquerung sichert und die sensiblen Räume am Rhein bestmöglich schont.
Gestaltungswettbewerb ist vorgesehen
Mit der Festlegung der Vorzugsvariante ist auch der Weg frei für die Frage, wie das neue Bauwerk künftig aussehen soll: In den nächsten Jahren ist ein Gestaltungswettbewerb vorgesehen, in dem mehrere Ingenieur- und Architekturbüros Entwürfe für die neue Rheinbrücke entwickeln. Eine Jury aus Fachleuten und Vertreterinnen und Vertretern aus Verwaltung und Politik wird diese Entwürfe prüfen und bewerten, bevor ein Siegerentwurf ausgewählt wird. Ziel ist es, neben einem leistungsfähigen und langlebigen Infrastrukturbauwerk wieder ein architektonisch bedeutsames Wahrzeichen zu schaffen, das – wie der heutige Y‑Pylon – die Silhouette am Rhein prägt und die Identität des Standorts sichtbar macht.
Fragen und Antworten zum Ersatzneubau der Fleher Brücke
Hier finden Sie häufig gestellte Fragen und die zugehörigen Antworten zum Projekt. Sie haben weitere Fragen oder möchten unseren Newsletter zum Projekt abonnieren? Schreiben Sie uns eine Mail an a46flehe[at]autobahn[dot]de.
Wo befindet sich die Fleher Brücke?
Die Fleher Brücke (auch Rheinbrücke Flehe) überspannt den Rhein im Zuge der A46 zwischen den Anschlussstellen Neuss-Uedesheim und Düsseldorf-Bilk.
Warum muss die Fleher Brücke ersetzt werden?
Der Hauptgrund für den Ersatzneubau sind die hohen Verkehrsbelastungen, die von der Brücke inzwischen getragen werden müssen. Im Rahmen der regelmäßig durchgeführten fachkundigen Überwachung und Überprüfung der Brückenbauwerke wurden Materialdefizite festgestellt, die auch mit den bereits erfolgten Verstärkungsmaßnahmen nicht kompensiert werden konnten. Zudem weist die Brücke eine nicht ausreichende Fertigungsqualität auf. Aus den genannten Gründen ist die Brücke nicht zukunftsfähig und muss ersetzt werden. Der weitere sichere Betrieb der Brücke ist nur mit einer 2-Spurigkeit je Fahrtrichtung und aufwändigen Unterhaltungsmaßnahmen sowie regelmäßigen Prüfungen möglich.
Wann wird mit dem Bau der neuen Brücke begonnen?
Die Planungen für den Ersatzneubau haben bereits begonnen. Mit dem Baubeginn des Ersatzneubaus ist nach derzeitigem Stand ab 2029 zu rechnen.
Wie läuft die Planung des Ersatzneubaus ab?
In den nächsten Jahren werden zunächst umfassend alle erforderlichen Grundlagendaten erhoben. Hierzu zählen u. A. die Identifizierung der Betroffenheit der Anwohnerinnen und Anwohner sowie die Erfassung der Umweltdaten. Auf dieser Basis werden Varianten zur Querung erarbeitet.
Wie erfolgt der Abriss der Fleher Brücke?
Das Tragsystem der bestehenden Fleher Rheinbrücke ist so konstruiert, dass ein Abriss nur im Ganzen möglich ist. Ein Teilabriss je Fahrtrichtung unter Aufrechter- haltung der anderen Fahrtrichtung ist ausgeschlossen.
Wie wird der Verkehr mit Beginn der Bauarbeiten geführt?
Die bauzeitliche Verkehrsführung ist von der gewählten Brückenvariante und dem zugehörigen Bauverfahren abhängig. In der aktuellen Planungsphase werden Verkehrsführungskonzepte und mögliche Umleitungsstrecken geprüft. Konkrete Aussagen über verkehrliche Einschränkungen sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt der Planungen noch nicht möglich.
Wie groß ist die aktuelle Verkehrsbelastung auf der Fleher Brücke?
Derzeit wird die Fleher Brücke innerhalb von 24 Stunden von durchschnittlich 85.100 Kraftfahrzeugen befahren.
Wie alt ist die Fleher Brücke?
Die Fleher Brücke wurde zwischen 1976 und 1979 gebaut und ist seit 45 Jahren unter Verkehr.
Wie lang ist die Fleher Brücke?
Die Schrägseilbrücke ist insgesamt 1.165 Meter lang und besteht aus zwei Vorlandbrücken sowie der Strombrücke, die den Rhein überspannt. Die linksrheinische Vorlandbrücke ist 780 Meter, die rechtsrheinische 15 Meter lang. Die Strombrücke ist 368 Meter lang.
Wie hoch ist der für die Fleher Brücke charakteristische Pylon und woraus besteht er?
Der Pylon ist 146 Meter hoch und besteht aus Stahlbeton.
Aus welchem Material besteht die Bestandsbrücke?
Die Vorlandbrücken bestehen aus Stahlbeton, die Strombrücke besteht aus Stahl.
Präsentation der Bürgerinformationsveranstaltungen Mai 2024
Poster der Bürgerinformationsveranstaltungen Mai 2024
Flyer zum Ersatzneubau
Protokoll der Frühen Öffentlichkeitsbeteiligung nach § 25 Verwaltungsverfahrensgesetz (VwVfG)
Pegeldifferenzkarten für den Variantenvergleich des Neubaus der Rheinbrücke Flehe (März 2025)
Infomaterial der Dialogbustour im Juli 2025
Umweltverträglichkeitsstudie (Textteil)
Umweltverträglichkeitsstudie (Anhang)
Vorzugsvariante – Meldung vom 11. Februar 2026
Christian Hirte, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr: „Die Entscheidung für die Vorzugsvariante ist eine gute Nachricht für die gesamte Region. Denn damit besteht jetzt Klarheit für ein wichtiges Modernisierungsprojekt. Jetzt können wir unsere ganze Aufmerksamkeit auf die konstruktiven und statischen Anforderungen der neuen Fleher Brücke richten. Der geplante Querverschub ist dabei ein zentraler Schritt und eine echte ingenieurtechnische Herausforderung. In den nächsten Planungsschritten kommt es darauf an, die komplexen baulichen Abläufe präzise aufeinander abzustimmen.“
Informationen zur Fleher Brücke
Die jetzt festgelegte Vorzugsvariante (Variante 1.3) sieht den Neubau der Rheinbrücke Düsseldorf-Flehe, bestehend aus der Strombrücke (380 m) und der auf Neusser Seite hinführenden Vorlandbrücke (780 m), weitgehend im Bestandskorridor vor. Zunächst entsteht hierbei ein erstes Teilbauwerk westlich neben dem Bestand in einer provisorischen Lage. Nach dessen Fertigstellung wird der gesamte Verkehr über das neue Teilbauwerk abgewickelt. Es stehen dann zwei Fahrstreifen pro Fahrtrichtung zur Verfügung.
Anschließend erfolgt der Rückbau bzw. Ersatz der heutigen Fleher Brücke. Danach wird die neue Brücke der Fahrtrichtung Düsseldorf auf dem Neusser Vorland und über den Rhein errichtet. Nach Fertigstellung des zweiten Teilbauwerks wird das erste Teilbauwerk in seine endgültige Lage geschoben. Erst nach dem Verschub steht mit sechs Fahrstreifen wieder die volle Fahrstreifenzahl zur Verfügung.
Seit der Eröffnung der Fleher Brücke im Jahr 1979 sind die Verkehrsbelastungen insbesondere durch den Schwerverkehr deutlich gestiegen und haben die Brücke stark beansprucht. Sie muss daher vollständig durch einen Neubau ersetzt werden.
Ansprechpartner
Roland Nolte
Leiter Kommunikation Rheinland
E-Mail-Adresse
presse.rheinland[@]autobahn[.]de
Telefon
+49 152 54817897
Die Autobahn GmbH des Bundes
Niederlassung: RheinlandWilly-Brandt-Platz 2
47805 Krefeld