Sperrung Rheinbrücke Bonn-Nord

Die Brücke musste am 3. Juni 2026 gesperrt werden, nachdem Untersuchungen strukturelle Schäden am Tragwerk ergeben hatten. Sie ist eine der wichtigsten Ost-West-Verbindungen der Region Bonn/Rhein-Sieg.

Sperrung der Rheinbrücke Bonn-Nord für alle Verkehrsteilnehmenden

Die Rheinbrücke Bonn-Nord, auch Friedrich-Ebert-Brücke genannt, wurde im Jahr 1967 gebaut. Sie besteht aus der linksrheinischen Vorlandbrücke, der Strombrücke und der rechtsrheinischen Vorlandbrücke. Auf dem Bauwerk befinden sich zwei durchgehende Fahrspuren je Fahrtrichtung und je eine Abbiegespur. Es fahren täglich über 100.000 Fahrzeuge über die Brücke. Nach jahrzehntelanger Belastung weist insbesondere die rund 660 Meter lange linksrheinische Vorlandbrücke erhebliche Schäden auf. 

Gründe für die Sperrung 

Aktuelle gutachterliche Untersuchungen bestätigen, dass die Tragfähigkeit der Rheinbrücke Bonn-Nord vollständig ausgeschöpft ist. Trotz verschiedener Entlastungsmaßnahmen – darunter eine Begrenzung des Schwerlastverkehrs seit 2016, ein Fahrverbot für Lkw über 7,5 Tonnen sowie der Einsatz von WIM-Anlagen (Weigh-In-Motion) zur automatisierten Gewichtserfassung – kann die Standsicherheit des Bauwerks nicht mehr gewährleistet werden. WIM-Anlagen erfassen das Gewicht vorbeifahrender Fahrzeuge und können Verstöße gegen das Lkw-Verbot sichtbar machen. Die nun vorliegenden Gutachten zeigen jedoch, dass diese Maßnahmen nicht ausreichen, um die Tragfähigkeit der Brücke dauerhaft sicherzustellen. Eine Sperrung ist daher unvermeidbar. 

Verkehrsmanagement während der Sperrung und weitere Schritte 

Für die Zeit der Sperrung kommt ein regional abgestimmtes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement zum Einsatz. Dafür wurde ein Instrumentenkoffer mit Maßnahmen entwickelt, der speziell für Situationen eingeschränkter Brückenbefahrbarkeit ausgearbeitet wurde. Er umfasst verschiedene verkehrslenkende Strategien, die eine sichere und möglichst leistungsfähige Abwicklung der Verkehrsströme unterstützen sollen. Die Konzepte wurden gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Land, Kommunen und Verbänden entwickelt und werden nun auch für die Rheinbrücke Bonn-Nord angewendet. 

Auf dieser Grundlage setzt die Autobahn GmbH die notwendigen Maßnahmen während der Sperrung um und treibt parallel den Ersatzneubau der Rheinbrücke Bonn-Nord voran. Ziel ist es, so schnell wie möglich wieder eine sichere und leistungsfähige Rheinquerung im Raum Bonn bereitzustellen. 

Empfohlene Ausweichrouten

Rheinbrücke Bonn-Nord:

Bundesverkehrsminister Schnieder besucht gesperrte Brücke

Zwei Tage nach der Vollsperrung der Rheinbrücke Bonn-Nord (Friedrich-Ebert-Brücke / A565) hat sich Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder heute vor Ort ein Bild der Lage gemacht.

Die Brücke musste am 3. Juni gesperrt werden, nachdem Untersuchungen strukturelle Schäden am Tragwerk ergeben hatten. Täglich nutzen rund 90.000 Fahrzeuge die Brücke als wichtigste Ost-West-Verbindung der Region Bonn/Rhein-Sieg.

Beim Vor-Ort-Termin dabei waren Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, Dr. Michael Güntner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Autobahn GmbH des Bundes, Dirk Brandenburger, Geschäftsführer Technik der Autobahn GmbH des Bundes, der Bonner Oberbürgermeister Guido Déus sowie Landrat Sebastian Schuster. 

Das Bundesverkehrsministerium hatte bereits am 4. Juni einen Lenkungskreis eingerichtet, der die weiteren Schritte koordiniert.

Bundesminister Patrick Schnieder: „Ich weiß, wie sehr die Sperrung der Rheinbrücke die Menschen vor Ort belastet. Deshalb war es mir sehr wichtig, mir heute ein genaues Bild zu machen. Bereits gestern habe ich einen Lenkungskreis eingerichtet. Alle relevanten Akteure sitzen jetzt an einem Tisch. Der Bund wird alles tun, was möglich ist, um die Situation in Bonn zu verbessern – und zwar schnell."

Dr. Michael Güntner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Autobahn GmbH des Bundes: „Diese Brücke hat bei uns Top-Priorität. Die Autobahn GmbH geht davon aus, innerhalb der nächsten zwei Wochen eine belastbare Schadens- und Lageeinschätzung vorlegen zu können. Eines steht fest: Die Sicherheit der Menschen geht vor."

Auf dieser Grundlage wird der Lenkungskreis über die nächsten Schritte entscheiden.


Schäden am Tragwerk:

Rheinbrücke Bonn-Nord wird vorsorglich voll gesperrt

Die Rheinbrücke Bonn-Nord (Friedrich-Ebert-Brücke) wird ab heute (3.6.) um 15 Uhr vorsorglich voll für den Kraftfahrzeugverkehr gesperrt.

Die Rheinbrücke Bonn-Nord (Friedrich-Ebert-Brücke) wird ab heute (3.6.) um 15 Uhr vorsorglich voll für den Kraftfahrzeugverkehr gesperrt. Die Sperrung betrifft nicht nur das Bauwerk selbst, sondern die folgenden Abschnitte der A565 zwischen dem Autobahnkreuz Bonn-Nord und dem Autobahndreieck Bonn-Nordost:

In Fahrrichtung Koblenz:

  • Sperrung zwischen dem Dreieck Bonn-Nordost und dem Kreuz Bonn-Nord, d.h. es sind keine Überfahrten mehr von der A59 aus Köln und Königswinter kommend auf die A565 nach Koblenz möglich. Die Anschlussstellen Bonn-Beuel und -Auerberg sind ebenfalls gesperrt.

In Fahrtrichtung Siegburg:

  • Sperrung zwischen dem Kreuz Bonn-Nord und der Anschlussstelle Bonn-Beuel, d.h. im Kreuz Bonn-Nord sind sämtliche Verbindungen auf die A565 nach Siegburg gesperrt, die Anschlussstelle Bonn-Auerberg ebenfalls. In der Anschlussstelle Bonn-Beuel sind Auffahrten auf die A565 nach Siegburg weiterhin möglich.

Aktuelle Brückenprüfungen haben strukturelle Schäden am Tragwerk der linksrheinischen Vorlandbrücke festgestellt, die eine unverzügliche Sicherung erfordern. Die bereits umgesetzten Maßnahmen – darunter ein Fahrverbot für Lkw über 7,5 Tonnen sowie technische Kontrollen (WIM-Anlagen) – haben nicht ausgereicht, um weitere Schäden zu verhindern.

Dirk Brandenburger, technischer Geschäftsführer der Autobahn GmbH: „Die Sicherheit der Menschen, die täglich über diese Brücke fahren, ist nicht verhandelbar. Wir handeln auf der Basis unserer aktuellen gutachterlichen Prüfergebnisse. Der Autobahn GmbH ist bewusst, dass diese Sperrung erhebliche Auswirkungen auf den Verkehr in der Region hat. Wir haben in enger Abstimmung mit den Behörden Ausweichrouten vorbereitet. Wir werden nun weitere Detailuntersuchungen vornehmen, um technische Möglichkeiten zu untersuchen, mit denen die Brücke wieder für den Verkehr freigegeben werden kann. Eine abschließende Bewertung kann erst nach Abschluss der Untersuchungen erfolgen. Bis dahin bleibt die Brücke gesperrt.“

Ansprechpartner

Anders Mertzlufft

Leiter Unternehmenskommunikation

Telefon
+49 30 640962500

Die Autobahn GmbH des Bundes

Niederlassung: Zentrale
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10557 Berlin